Frauenweltmeisterschaft : Zwei Dopingfälle bei Team Nordkorea

Zwei Spielerinnen aus Nordkorea stehen nach positiven Doping-Proben bei der Frauen-WM unter Verdacht. Jetzt musste die ganze Mannschaft zum Test.

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Die Kameras sind auf sie gerichtet, ihr Blick aber geht nach unten: Zwei nordkoreanische Spielerinnen wurden positiv getestet, die ganze Mannschaft steht nun unter Verdacht.
Die Kameras sind auf sie gerichtet, ihr Blick aber geht nach unten: Zwei nordkoreanische Spielerinnen wurden positiv getestet, die...Foto: dpa

Tore gab es beim Spiel Nordkorea gegen Kolumbien keine, die eigentliche Nachricht dieses Fußball-Tages musste bis nach dem Schlusspfiff warten. Auf einer Pressekonferenz gab FIFA-Chefmediziner Jiri Dvorak bekannt, dass gleich zwei Spielerinnen aus Nordkorea unter Dopingverdacht stehen. Sie wurden nach den ersten beiden Spielen jeweils positiv getestet. Die veranlasste die FIFA zu einer historischen Maßnahme, wurde doch die gesamte Mannschaft nach Spiel in Bochum gegen Kolumbien im Kabinengang abgefangen und kollektiv zum Dopingtest geführt. Das schreiben die Regularien vor, wenn mehr als eine Spielerin positiv getestet wird.

Bei den beiden Nordkoreanerinnen handelt es sich um Song Jong Sun und Jong Pok Sim. Sie sollten ursprünglich auch im letzten Gruppenspiel eingesetzt werden, in letzter Minute gab es aber neue Spielbögen, wo sie als "abwesend" gekennzeichnet wurden. Es wird davon ausgegangen, dass der nordkoreanische Trainer erst kurz vor Anpfiff von den positiven Proben erfahren hat. "Dies ist ein schwarzer Tag, wir sind alle sehr bedrückt", sagte Jiri Dvorak. Für die FIFA ist der Fall in der Wachstumsbranche Frauenfußball ein Super-GAU.

Für die Mannschaft geht damit ein Katastrophenturnier zu Ende. Als dreimaliger Asien-Meister und Mitfavorit angetreten, gab es zunächst die Pleite gegen den Erzfeind USA. Es folgte der obskur anmutende Versuch, diese Niederlage mit einem Blitzeinschlag zu erklären, der einen Teil der Mannschaft während der Vorbereitung getroffen hätte. Nachdem es dann auch gegen Schweden nicht zu Punkt oder Tor reichte, zeigte sich Trainer Kim
Kwang-Mie noch zuversichtlich. „Unsere Mannschaft ist jung und wird von den Erfahrungen profitieren. Das wird sich in Zukunft sehr positiv auswirken“, sagte er. Kurz danach erfuhr der Trainer von den Dopingproben. Sollten weitere Spielerinnen wie vermutet ebenfalls geschummelt haben, droht dem Verband des stalinistischen Landes ein großes Problem.

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