Sport : Fremdkörper aus Griechenland

Torjäger Gekas drückt in Leverkusen die Bank

Christiane Mitatselis

Leverkusen - Michael Skibbe verdrehte die Augen. Ob Theofanis Gekas in der Mannschaftshierarchie weiter zurückgefallen sei, wollte ein Journalist vom Trainer von Bayer Leverkusen nach dem 1:1 gegen den Hamburger SV wissen. Skibbe entschloss sich zu seiner diplomatischen Standardantwort: „Theofanis hat unsere volle Rückendeckung.“ Er sei nach wie vor von den Qualitäten des Griechen überzeugt, fügte der Trainer hinzu.

Allerdings bekam Gekas gegen den HSV keine Gelegenheit, seine Qualitäten zu zeigen. 90 Minuten saß der Grieche auf der Bank. Und als Skibbe in der 87. Minute wechselte, brachte er den russischen Billigeinkauf Dimitri Bulykin für Sergej Barbarez. Als einzige Sturmspitze war Stefan Kießling für Bayer im Einsatz. Kießling ackerte gegen Hamburg wie üblich wie ein Besessener und erkämpfte sich die Bälle, torgefährlich ist der Nationalspieler jedoch nicht.

Überhaupt liegt hier das große Problem der Bayer-Mannschaft: Kein Bundesligist erarbeitet sich so viele Chancen wie Leverkusen – allerdings geht auch kaum eine Mannschaft so schlampig mit ihren Möglichkeiten um.

Um effektiver im Strafraum zu werden, hatte Bayer im Sommer Gekas für 3,3 Millionen Euro aus Bochum geholt. Der Grieche, mit 20 Toren Toptorjäger der vergangenen Bundesliga-Saison, hat es in Leverkusen bisher auf acht Treffer gebracht, was angesichts seiner offensichtlichen Integrationsprobleme an ein Wunder grenzt. Gekas wirkt wie ein Fremdkörper.

Der Mann aus Larissa spricht nur Griechisch, nicht einmal Englisch beherrscht der 27-jährige Nationalspieler. Sein einziger Gesprächspartner im Team, Michal Papadopulos, hat den Verein inzwischen in Richtung Cottbus verlassen. Die vom Verein verordneten Deutschstunden hat Gekas oft geschwänzt. Sein Standardsatz auf Nicht-Griechisch lautet: „Don’t understand“. Am Mittwoch muss Bayer Leverkusen im Uefa-Cup in Istanbul gegen Galatasaray Istanbul antreten. Ob Theofanis Gekas dort wieder eine Chance bekommt? Christiane Mitatselis

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