Sport : French Open: Capriati wie neugeboren

Jennifer Capriati setzt ihr märchenhaftes Tennis-Comeback fort, Martina Hingis muss dagegen weiter auf den lange ersehnten ersten Triumph bei den French Open warten. Mit 6:4, 6:3 zog die US-Amerikanerin in das Finale ein und kann als erste Spielerin nach Monica Seles im Jahr 1992 die ersten beiden Grand-Slam-Turniere des Jahres gewinnen. "Es ist, als würde ich neugeboren sein. Ich wusste, wie sehr Martina hier endlich gewinnen wollte. Aber ich wollte mich davon nicht ablenken lassen", sagte Jennifer Capriati nach dem Erfolg über die Weltranglistenerste aus der Schweiz. Die Australian-Open-Siegerin trifft am Samstag auf Kim Clijsters, die ihre belgische Teamgefährtin Justine Henin 2:6, 7:5, 6:3 bezwang.

Der Erfolg für Jennifer Capriati war vollauf verdient. Die 25-Jährige musste nur bangen, als sie auf dem Weg zur 4:1-Führung im ersten Satz Beschwerden im rechten Knie verspürte und eine dreiminütige Behandlungspause in Anspruch nehmen musste. Anschließend lief bei ihr einige Minuten lang nichts mehr zusammen, doch Martina Hingis konnte nach dem Ausgleich zum 4:4 kein weiteres Kapital daraus schlagen. Im Gegenteil: Bei der Neuauflage des Australian-Open-Finales, das die 20-Jährige verloren hatte, holte sich Jennifer Capriati nach 38 Minuten doch noch den ersten Satz. "Vielleicht lag es am Wetter. Je wärmer ich wurde, desto besser lief es", sagte sie.

Die Nummer vier der Welt hatte nach fünf Niederlagen mit den Endspiel-Siegen in Melbourne und Charleston in diesem Jahr ihre ersten Erfolge gegen Martina Hingis gefeiert, die in Paris wieder von ihrer Mutter betreut wird. Elf Jahre nach ihrer bisher einzigen Halbfinal-Teilnahme bei den French Open setzte Jennifer Capriati ihre erstaunliche Rückkehr in die Weltspitze fort und schaffte mit dem Break zum 5:3 die Basis zum Triumph. Gerade noch rechtzeitig vor dem einsetzenden Regen verwandelte die Olympiasiegerin von 1992 nach 76 Minuten ihren ersten Matchball. Die Zuschauer auf dem Court Central feierten dies stürmisch, Martina Hingis wurde dagegen auch zwei Jahre nach ihrer unrühmlichen Final-Niederlage gegen Steffi Graf ausgepfiffen.

Im rein belgischen Halbfinale schenkte Justine Henin ihrer Freundin Kim Clijsters am Tag vor deren 18. Geburtstag den Sieg. Die Weltranglisten-16. vergab im zweiten Satz zwei Breakchancen zum 5:2. "Bis dahin hat sie mich erdrückt. Vielleicht war sie dann ein wenig müde, weil sie gestern noch ein langes Doppel gespielt hat", sagte Kim Clijsters. Unter den Augen ihres Verlobten, des australischen Tennisstars Lleyton Hewitt, schaffte Kim Clijsters im dritten Satz das entscheidende Break zum 4:2, nachdem Justine Henin 40:0 geführt hatte.

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