Sport : Freude zwischen Felswänden

Dänemark wirft Bulgarien aus dem EM-Turnier: 2:0

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Braga – Den größten Eindruck hinterließ das Stadion. Estadio Municipal de Braga heißt es, 90 Millionen Euro hat es gekostet, und hinter den beiden Toren stehen keine Tribünen – sondern Felswände. Extra für die Europameisterschaft ist dieses Stadion in den Fels gesprengt worden.

Zumindest die dänische Mannschaft wird diesen Ort auch in guter Erinnerung behalten. Im Estadio Municipal de Braga gelang den Dänen der erste Sieg bei dieser Europameisterschaft. Durch ein 2:0 (1:0) über Bulgarien haben sie vor dem abschließenden Spiel gegen Schweden gute Chancen, in das Viertelfinale einzuziehen. Vor 25000 Zuschauern trafen Jon Dahl Tomasson in der ersten Halbzeit und Jesper Grönkjaer in der Nachspielzeit für die Dänen. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir bereits vier Punkte erreicht haben“, sagte der dänische Trainer Morten Olsen. Im ersten Spiel hatte sein Team gegen Italien ein 0:0 erreicht.

Die Bulgaren hingegen sind nach Russland das zweite EM-Team, das nicht mehr in das Viertelfinale aufrücken kann. Sie verloren neben dem Spiel auch ihren Kapitän Stilian Petrow, der wegen Reklamierens die Gelb-Rote Karte sah. Bulgariens ehemaliger Nationalspieler Krassimir Balakow, der sein Nationalteam berät, sagte: „Ich glaube, die Mannschaft hat das 0:5 gegen Schweden nicht verarbeitet und war total verunsichert.“

Vier Tage nach dem 0:5-Debakel gegen Schweden präsentierten sich die Bulgaren eine Halbzeit lang destruktiv. Ganz anders die Dänen, die von vielen Landsleuten unterstützt wurden und fast ein Heimspiel hatten. Bei Temperaturen von knapp über 20 Grad waren sie alleine für offensive Aktionen zuständig. Angetrieben vom starken Dortmunder Niclas Jensen und dem im ersten Vorrunden-Match gesperrten früheren Hamburger Thomas Gravesen erspielte sich der Europameister von 1992 eine Reihe von Chancen.

Es dauerte aber bis kurz vor der Pause, ehe Tomasson eine tolle Kombination über Gravesen und Jörgensen zur hochverdienten Führung abschloss. Es war das erste EM-Tor der Skandinavier seit 1996. Auf der Gegenseite musste Thomas Sörensen in der 41. Minute erstmals eingreifen. Dabei lenkte der Torhüter eine Flanke auf den Lauterer Marian Hristow, dessen Kopfball aber neben das Tor ging. Nicht besser machte der Wolfsburger Martin Petrow, der nach einem Konter frei vor Sörensen nur ein Schüsschen zu Stande brachte.

Nach Wiederanpfiff stärkte Bulgariens Trainer Plamen Markow mit der Hereinnahme von Stürmer Zdrawko Lazarow die Offensive. Prompt wurde die Partie offener, zumal die Dänen sich nun auf Konter verlegten. In der hektischen Schlussphase verloren die Bulgaren die Nerven: Stilian Petrow sah in seinem 50. Länderspiel Gelb-Rot durch den allerdings schwachen Referee Lucilio Batista (Portugal), bei dem die Gelbe Karte zu locker saß. Grönkjaer machte dann in der Nachspielzeit mit seinem Treffer alles klar. Tsp

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