Sport : Freudloser Abend

Alba verliert auch Spiel zwei in der Europaliga, die Berliner sind beim 53:67 gegen Wroclaw chancenlos

Benedikt Voigt

Berlin. Als die Schlusssirene ertönte, hallten einige Sekunden lang Pfiffe und Buhrufe durch die Max-Schmeling-Halle. Danach drangen die Gesänge von rund 200 polnischen Fans durch, während die Alba-Anhänger geschockt die Halle verließen. Selten sind die Berliner Basketballer in der eigenen Halle so auseinander genommen worden wie gestern Abend in der zweiten Hälfte des Spieles gegen Slask Wroclaw. Alba verlor 53:67 (28:27). Die Europaliga droht auch in dieser Saison keine Freude für die Berliner zu bringen. Mit zwei Siegen hatte Alba gegen Villeurbanne und Wroclaw in die Saison starten wollen. Jetzt haben sie null Siege und zwei Niederlagen.

Es war bezeichnend, dass der angeschlagene Mithat Demirel mit zwölf Punkten noch zweitbester Werfer nach Vladimir Petrovic (14 Punkte) war. Der Einsatz des Aufbauspielers war bis zuletzt fraglich. „Die Verletzung ist besser, aber noch nicht gut“, sagte Mannschaftsarzt Gerd-Ulrich Schmidt vor Spielbeginn. Nur mit Physiotherapie war Demirel behandelt worden. Schmidt sagte: „Jetzt kommt auch noch Adrenalin dazu.“

Nach acht Minuten musste Trainer Emir Mutapcic seinen angeschlagenen Spielmacher bereits auf das Feld beordern. 7:11 lagen die Berliner zurück, und Aufbauspieler DeJuan Collins hatte sich bereits die ersten seiner zahlreichen Ballverluste geleistet. Die Berliner hatten Glück, dass Wroclaws neuer Aufbauspieler Lynn Greer ganz schwach begann. In der ersten Halbzeit traf er nur einen von elf Würfen. Der ehemalige Alba-Spieler Derrick Phelps hatte für den US-Amerikaner seinen Platz räumen müssen und saß nur noch als Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle. Überhaupt war Wroclaw verglichen zu dem Vorbereitungsspiel im September, das Alba gewonnen hatte, auf drei Positionen verändert.

Auch der eingewechselte Mithat Demirel konnte dem schwachen ersten Viertel keine Wendung mehr geben. Mit 9:15 hatten die Berliner die ersten zehn Spielminuten verloren. In der Offensive klappte wenig, die wechselnde Zonenverteidigung der Polen bereitete Alba Schwierigkeiten. Daran änderte sich zu Beginn des zweiten Viertels nichts. Nach einer 0:6-Serie waren die Berliner in der 12. Minute 9:21 in Rückstand. Dann erst erlöste Demirel mit einem Dreipunktewurf sein Team von der bis dahin anhaltenden Wurfschwäche. Es dauerte ein paar Minuten, ehe sich die Berliner eingeworfen hatten. Nach dem 16:27 trafen auch noch Marko Pesic und Vladimir Petrovic ihre Würfe hinter der 6,25-Meter-Linie. Weil Wroclaw weiterhin schlecht warf, konnte Marko Pesic seinem Team sechs Sekunden vor der Pausensirene mit einem Freiwurf zur zweiten Führung im Europaligaspiel verhelfen: 28:27.

Doch Alba begann im Gegensatz zu Wroclaw die zweite Halbzeit noch schlechter. Während John Best (6 Punkte) nur durch ein Offensivfoul auffiel, warf sich Greer auf Seiten der Polen allmählich warm. Nach dem 33:35 setzten sich die Gäste mit einer 10:0-Serie ab. Das Spiel erinnerte an das erste Europaligaspiel in Villeurbanne (89:91). Dort hatte Alba auch im dritten Viertel verloren. Diesmal war es schlimmer: 11:30. Alba hatte in einem Viertel mehr Punkte kassiert als in der ersten Halbzeit.

Vor den letzten zehn Minuten lag Alba bereits 39:57 zurück. Es änderte sich nichts mehr an der Darbietung der Berliner. Alba setzte auf Einzelleistungen, verlor einen Ball nach dem anderen und gab das Spiel bereits zehn Spielminuten vor dem Ende verloren.

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