Sport : Frontside 900

Snowboard-Weltcup in Berlin: Karpf gehört zu den Favoriten

Benedikt Voigt

Berlin. Mit einem Wort können Snowboarder nicht viel anfangen: Training. „So würde ich das nicht nennen“, sagt Jan Michaelis, der Weltcupsieger in der Halfpipe. „Ich fahre mit meinen Freunden und probiere, wozu ich Lust habe.“ Sein Kollege Mini Karpf hat es einmal mit dem offiziellen Trainer des Deutschen Skiverbandes (DSV) probiert. „Das hat mir nicht so gut gefallen“, sagt der 22-Jährige, „der Trainer kommt nicht aus dem Snowboardbereich.“ Nach drei Wochen fuhr Mini Karpf wieder mit seinen Freunden Snowboard. Ohne Trainer.

Dass das auch reicht, um im Snowboard in der Weltspitze mitzuhalten, wird Mini Karpf heute unterhalb des Berliner Funkturms zeigen. Der Münchner Snowboardprofi zählt bei der Weltcuperöffnung des Internationalen Skiverbandes (FIS) im Sommergarten der Messe Berlin neben fünf finnischen Fahrern zu den Favoriten im Big Air (19.30 Uhr, Qualifikation, Eintritt frei). In diesem Wettbewerb springen die Snowboarder über eine Schanze und zeigen spektakuläre Figuren. Drei Punkterichter bewerten ihre Darbietung. Mini Karpf, der eigentlich Nikolaus Karpf heißt, möchte etwas springen, was sich „Frontside 900 Melon Collie“ nennt. Es soll sich dabei um eine zweieinhalbfache Drehung nach vorne handeln, sowie einen bestimmten Griff an das Brett. Ein Melon Collie eben. Skateboardfahrer wissen, worum es sich dabei handelt. Alle anderen können es heute sehen.

Genau dafür ist der ungewöhnliche Wintersportwettbewerb in Berlin da. „Wir wollen den Leuten einen Sport näher bringen, den sie sonst nur selten sehen“, sagt Karpf. Bis zu 25 000 Zuschauer erwarten die Organisatoren am Freitag und Samstag insgesamt. Der Schnee wurde mit Kühllastwagen aus Sölden herangeschafft. „In den Städten sind die Zuschauer immer recht begeistert“, sagt Karpf. Für ihn geht es vor allem um Spaß und nicht um Weltcuppunkte. Er wird wohl an keinem weiteren FIS-Wettbewerb in diesem Jahr teilnehmen. Lieber an Veranstaltungen wie „Air and Style“ oder einer Sponsorentour. Es ist eben nicht einfach, einen Snowboarder einzubinden.

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