Füchse bleiben auswärts ohne Punkt : Kino in Zeitlupe

Die Füchse Berlin suchen nach fünf Spieltagen in der Handball-Bundesliga die Stabilität der Vorjahre. In Minden setzte es eine ziemlich peinliche Pleite, wenngleich dem Pokalsieger aktuell einige Stammkräfte verletzt fehlen.

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Am Mittwoch haben die Füchse um Paul Drux (Bild) ihre zweite Saisonniederlage kassiert.
Am Mittwoch haben die Füchse um Paul Drux (Bild) ihre zweite Saisonniederlage kassiert.Foto: Imago

Am Donnerstagnachmittag wurde noch einmal die Vorstellung vom Vorabend gezeigt, diesmal gewissermaßen als erweiterte Fassung. Im Gegensatz zu großen Kinofilmen bestand das Bonusmaterial dem Vernehmen nach allerdings nicht aus bisher unveröffentlichten Bewegtbildern, sondern primär aus Wiederholungen und Zeitlupenaufnahmen. Gab ja schließlich auch einiges zu besprechen im Videoraum des Trainingszentrums der Füchse Berlin.
Am Mittwoch hat der Handball-Bundesligist seine zweite Saisonniederlage beim Auswärtsspiel gegen GWD Minden kassiert, was für sich genommen schon als Überraschung durchgeht. Ein Blick auf das Resultat beim Tabellen-14. der Vorsaison verschärfte diesen Eindruck dann nur noch: 21:30 hieß es aus Berliner Sicht – ein ziemlich peinliches Resultat für den DHB-Pokalsieger, wenngleich ihm aktuell einige Stammkräfte verletzt fehlen und die Bundesliga so ausgeglichen ist wie schon lange nicht mehr.

Igropulo als Sinnbild für den aktuellen Zustand der Füchse

„Es gibt genug ehrliche Gründe, diese Niederlage zu erklären“, sagte Trainer Dagur Sigurdsson am Donnerstagabend am Rande einer Sponsorenveranstaltung in Berlin: „Aber so ein Auftritt darf uns einfach nicht passieren.“ Entsprechend zog sich die Auswertung in die Länge.

Ob Sigurdsson – drei Tage nach seinem Debüt als Handball-Bundestrainer – dabei laut geworden ist? „Wir sind doch keine Kinder, sondern erwachsene Männer, die so ein Spiel vernünftig auswerten und an den Fehlern arbeiten“, sagt Rückraumspieler Konstantin Igropulo. Wer sich schon einmal mit dem Russen unterhalten hat, erkennt die Pampigkeit in seiner Antwort. Das mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass Igropulo durchaus als Sinnbild taugt für den aktuellen Zustand der Berliner Handballer: Nach zwei starken Spielzeiten im Füchse-Trikot läuft Igropulo seit einigen Wochen seiner Form hinterher. An guten Tagen kann der 29-jährige Linkshänder Spielen die entscheidende Richtung verpassen, an weniger guten Tagen gilt der Umkehrschluss ebenso. „Wir haben als Mannschaft noch nicht die Stabilität der letzten Jahre“, sagt Igropulo.

Das lässt sich auch statistisch belegen: Ihre drei Heimspiele haben die Berliner souverän gewonnen und dabei teilweise glänzenden Handball gezeigt, auswärts haben sie noch keinen Punkt geholt. Da trifft es sich gut, dass am Sonntag ein Spiel in der Max-Schmeling-Halle stattfindet (15 Uhr gegen Hannover-Burgdorf). Igropulo sagt: „Es kann eigentlich nur besser werden als in Minden.“

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