Füchse - Madrid 33:37 : Der Bonus bleibt aus

Die Füchse Berlin unterliegen den erfahrenen Spaniern von Atletico Madrid in der Champions League mit 33:37. Die Qualifikation für das Achtelfinale bleibt aber realistisch.

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Berlin - Es gab keinen Atletico-Spieler, den Iker Romero und Torsten Laen nicht umarmt hätten. Die beiden Spieler von den Füchsen Berlin mit spanischer Handballvergangenheit demonstrierten vor dem zweiten Heimspiel der Berliner in der Champions League damit Augenhöhe. Doch das sollte sich anschließend ändern, vor 8680 Zuschauern unterlagen die Berliner gegen Atletico Madrid 33:37 (15:17).

Über eine lange Zeit aber agierten die Füchse durchaus gleichwertig. Vor allem die Abwehr ließ nicht sehr viel zu. Hinzu kam, dass Silvio Heinevetter im Tor glänzend hielt und sich deshalb das Team von Talant Duschebajew in der ersten Halbzeit nicht entscheidend absetzen konnte. Zweimal gingen die Füchse beim 5:4 (9. Minute) und 13:12 (22.) sogar in Führung. Überragend war vor allem ihr Regisseur Bartlomiej Jaszka, der Tempo in die Aktionen brachte und selbst auch noch mit sechs Treffern glänzte. Am Ende war er mit zehn Toren erfolgreichster Berliner vor Sven-Sören Christophersen (5) und Alexander Petersson sowie Ivan Nincevic (je 4). Etwas traurig kommentierte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson die erste Niederlage in der Champions League: „Wir hatten uns eine Chance ausgerechnet, aber die Erfahrung und Routine hat für Madrid den Ausschlag gegeben. Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns.“

Atletico Madrid fand immer wieder Lösungen in schwierigen Situationen. Als Heinevetter beim 15:17, dem Halbzeitstand, einen Siebenmeter von Kiril Lazarow hielt, gingen die Füchse mit zusätzlicher Motivation in die Pause. Was die beiden bis gestern einzigen noch unbesiegten Teams in der Gruppe B bis dahin geboten hatten, entsprach absolut den Anforderungen an ein Spitzenspiel. Duschebajew lobte vor allem die Entwicklung der Füchse: „Uns ist ein sehr konzentriertes Spiel in Berlin gelungen, sonst hätten wir nicht gewonnen.“

Das allein war aus Sicht der Füchse schon aller Ehren wert. Nur, im Gegensatz zum prominenten Gegner, konnte sie ihre Leistung aus den ersten 30 Minuten nicht noch einmal abrufen. Als Sigurdsson in der 44. Minute eine Auszeit in höchster Not nahm, stand es bereits 21:27. Mit dem in der ersten Halbzeit eingewechselten Didier Dinard als Abwehrmittelmann bekam Atletico die Füchse immer besser in den Griff.

Das hielt jedoch den 43 Jahre alten Duschebajew nicht davon ab, so manche Entscheidung der kroatischen Schiedsrichter lautstark zu kommentieren. So richtig traute er dem Ergebnis noch nicht, denn auch gegen Tschechow hatte seine Mannschaft klar geführt, am Ende aber einen Punkt eingebüßt. 31:27 stand es für Madrid zehn Minuten vor dem Abpfiff, da schwor er seine Spieler noch einmal zusätzlich ein, nicht nachzulassen. Diesmal hörten die Spieler sehr gut auf ihren prominenten Chef, der als Spieler auch eine Zeit in der Bundesliga aktiv war. Sie ließen die Füchse nicht mehr näher herankommen. Und so verstrich die Zeit für die Berliner, die letztlich in diesem Spiel nur an einigen Kleinigkeiten scheiterten. Gegen den Favoriten aus Madrid konnten sie sich zwar nicht die erhofften Bonuspunkte erkämpfen, aber in der Champions League bleiben sie trotz der Niederlage weiterhin auf Achtelfinalkurs.

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