Füchse-Profi Horak : „Ich schreibe keine SMS“

Füchse-Handballer Pavel Horak über Hausbrände und Aberglaube vor dem Spiel gegen Göppingen. Am Dienstag empfangen die Berliner ihren Gegner zum zweiten Bundesliga-Heimspiel der Saison.

Christoph Dach
Entschlossen. Der tschechische Nationalspieler Horak.
Entschlossen. Der tschechische Nationalspieler Horak.Foto: Reuters

Herr Horak, Sie sind vor drei Monaten zu den Füchsen Berlin gewechselt und wohnen immer noch im Hotel. Wie kommt’s?

Der Anfang in Berlin ist ein bisschen unglücklich verlaufen. Nachdem ich eine Wohnung gekauft hatte, hat der Dachstuhl in dem Haus gebrannt. Jetzt muss erneut gebaut und renoviert werden, sodass sich mein Einzug um ein paar Monate verzögern wird. Zum Glück lebe ich im Moment noch ohne meine Freundin in Berlin. Auf Dauer zu zweit in einem Hotelzimmer – das wäre eine ziemliche Katastrophe gewesen.

Würden Sie sagen, dass Sie zumindest sportlich angekommen sind in Berlin?

Man hat es mir vom ersten Tag an leicht gemacht. Die Stimmung im Team ist gut, wir haben mit dem neuen Trainingszentrum super Bedingungen, die Mannschaftskabine ist nach unseren Wünschen gestaltet worden. Mittlerweile steht da sogar ein Kühlschrank drin und eine große Couch, die hat Silvio Heinevetter organisiert. Da sitzen wir nach dem Training oft beisammen, es macht Spaß. Leider hatten wir mit der verpassten Champions-League-Qualifikation und der Niederlage in Melsungen einen unglücklichen Start.

Danach haben Manager Hanning und Trainer Sigurdsson einen ziemlich scharfen öffentlichen Ton angeschlagen, es gab auch Kritik an Ihrer Person. Kennen Sie das aus Göppingen?

Nicht in der Form, wobei die Medienlandschaft in Berlin auch eine andere ist. Die Kritik war berechtigt, weil wir nach den phasenweise überragenden Spielen gegen Hamburg eine extrem schlechte Leistung in Melsungen gebracht haben, das darf so nicht passieren.

Wie wichtig war Füchse-Torwart Petr Stochl, den Sie ja aus der tschechischen Nationalmannschaft kennen, bei Ihrer Entscheidung für Berlin?

Petr hat mir berichtet, wie die Abläufe bei den Füchsen sind und wie die zwischenmenschlichen Beziehungen funktionieren. Entscheidend war aber, dass ich handballerisch nicht mehr zufrieden in Göppingen war, es gab keine Entwicklung, wir sind von den Ergebnissen eher schlechter geworden.

Es heißt, Sie standen bereits länger in Kontakt mit Füchse-Manager Bob Hanning.


Das stimmt, wir haben uns vor drei Jahren zum ersten Mal unterhalten. Eine Verlängerung in Göppingen wäre die bequemere Lösung gewesen, ich hatte dort viele Freunde und ein Haus. Aber als Profisportler darf man so nicht denken. In Berlin habe ich wieder Spaß am Handball.

Das werden die alten Kollegen aus Göppingen, auf die Sie am Dienstag um 20.15 Uhr in der Max-Schmeling-Halle treffen, nicht so gern hören.

Mag sein. Ich will die Jungs vor dem Wiedersehen auch gar nicht provozieren, ich bin einfach nur ehrlich.

Haben Sie vor dem Spiel mit ehemaligen Mitspielern telefoniert?

Nein, ich bin da sehr abergläubisch und das hat einen einfachen Grund: Es gibt viele Tschechen in der Bundesliga, die sich in der Saison mit ihren Klubs treffen. Bislang bin ich immer bestraft worden, wenn ich meinen Landsleuten vor dem Spiel eine SMS mit einem markigen Spruch geschrieben habe. Dann hat meine Mannschaft meistens verloren.

Der Konkurrenzkampf bei den Füchsen ist enorm, Sie streiten sich mit Nationalspieler Sven-Sören Christophersen um die Position im linken Rückraum. Wie ist Ihr Verhältnis?

Ich bin ganz froh, dass Sven-Sören wieder zurück ist. Wegen seiner Verletzung habe ich die ganze Vorbereitung gespielt, das ging an die Substanz. Wir sind zwar Konkurrenten, aber wir kommen gut miteinander aus. Erst neulich haben wir gemeinsam eine Runde Golf gespielt.

Und wer hat gewonnen?

Ich habe erst vor zwei Jahren mit dem Golf angefangen, Sven-Sören schon vor längerer Zeit. Glaube ich zumindest. Ich hatte jedenfalls keine Chance gegen ihn.

Das Gespräch führte Christoph Dach.

Pavel Horak, 30, spielt seit Saisonbeginn für die Füchse Berlin. Heute trifft der tschechische Nationalspieler in der Max-Schmeling-Halle auf sein altes Team Göppingen (Beginn 20.15 Uhr).

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