Füchse : Spaß zum Schluss

Bob Hanning erwartet die Bundesliga- Lizenz für die Füchse ohne Auflagen. Wie das nahe Saisonende die Füchse motiviert.

Hartmut Moheit
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Bob Hanning Foto: Heinrich

Berlin - Völlig entspannt erwartet Bob Hanning den heutigen Dienstag. „Da werden wir wohl offiziell erfahren, wie es um unsere Lizenz für die neue Saison steht“, sagt der Geschäftsführer der Füchse Berlin. Er ist sich sicher, dass sein Team ohne Probleme, also ohne Auflagen, die Spielberechtigung für die dritte Saison in der Handball-Bundesliga bekommen wird. Deshalb fügt er selbstbewusst hinzu: „Wenn es den anderen 17 Vereinen auch so gut gehen würde wie uns, gäbe es überhaupt keine Lizenzprobleme.“

Aber noch ist die aktuelle Saison nicht beendet. Aus Füchse-Sicht ist die Euphorie der ersten Halbserie längst einer gewissen Ernüchterung gewichen. Gerade noch rechtzeitig, bevor nach acht Niederlagen in Serie die Kritik an Trainer und Team zum beherrschenden Thema werden konnte, sorgte das 25:25 in Balingen für etwas Besänftigung der Gemüter. „Wenn wir die zwei noch ausstehenden Heimspiele gegen Minden und Melsungen gewinnen, liegen wir immer noch im vor der Saison aufgestellten Plan“, sagt Hanning. Ihm ist es sehr wichtig, dass „die Fans mit einem positiven Eindruck in die Sommerpause verabschiedet werden“. Zuletzt wurde deren Geduld zu sehr auf die Probe gestellt. „In der ersten Halbserie haben wir mit einer einstelligen Platzierung Begehrlichkeiten in Richtung Europacup geweckt, die wir nicht erfüllten“, erklärt Hanning. Das Ziel Europacup, so war im Programmheft zum Balinger Spiel zu lesen, ist nunmehr „für die kommende Saison eine Pflicht“. Hanning war nicht ins Schwabenland mitgereist. Er war mit dem Jugendteam zur Endrunde der Nordostdeutschen Meisterschaft in Norderstedt und erlebte dort das Ausscheiden der Berliner Talente.

Was Hanning deshalb nur vom Hörensagen erfuhr: In Balingen, in einem überaus hart geführten Bundesligaspiel, stimmte zumindest die kämpferische Einstellung der Profis bereits wieder. Warum gerade die Spiele gegen das Team von Rolf Brack derartig ausufern, dafür hat auch Hanning nur eine vage Erklärung. Denn eigentlich verbindet ihn eine Freundschaft mit dem Balinger Trainer. „Vielleicht hat das noch mit seinem Sohn Daniel zu tun, der ja bei uns gespielt hat und gehen musste“, sagt Hanning. Doch dabei will er es nicht belassen: „Letztlich liegt es auch immer daran, welche Härte die Schiedsrichter zulassen.“ Diesmal jedenfalls uferte alles derartig aus, dass der Norweger Kjetil Strand nach einem Faustschlag mit einer Augenverletzung ins Krankenhaus musste. „Das Spiel war ekelhaft, so etwas hat mit Handball nichts mehr zu tun“, meinte Füchse-Trainer Jörn-Uwe Lommel zu den Vorfällen. Er schlussfolgert aber dennoch: „Mein Team hat gezeigt, dass es noch unbedingt gewinnen will.“

Diese Einstellung ist zum jetzigen Zeitpunkt aus seiner Sicht keinesfalls so selbstverständlich. „Wir befinden uns auf Rang elf im Niemandsland der Liga und die Gedanken einiger Spieler sind schon bei ihren Nationalmannschaften, neuen Vereinen oder im Urlaub“, beschreibt Lommel die derzeitige Situation. Und dann verblüfft der Füchse- Coach, der zum Saisonende ebenfalls den Verein verlassen wird – nicht gerade in Freundschaft zu Bob Hanning – mit einer Ergänzung: „Mir macht die Arbeit mit dem Team richtigen Spaß. Alle ziehen mit, sind griffig und wollen noch etwas erreichen.“ 30 Punkte und Platz zehn heißt nun das letzte Saisonziel.

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