Sport : Für den Trainer gewonnen

Der 1. FC Kaiserslautern schlägt Eintracht Frankfurt 3:1 und sichert Erik Gerets vorerst den Job

Oliver Trust

Frankfurt (Main). Die Sonne stand tief über der Baustelle Waldstadion, als die ersten „Gerets, Gerets“-Rufe an den gelben Kränen und Baggern vorbei hallten. Der Anhang aus der Pfalz feierte schon mal vorab. Und Erik Gerets stand vor seiner Trainerbank und lächelte milde. Auf dem Rasen hatte sein 1. FC Kaiserslautern gerade das dritte Tor erzielt und für einen Befreiungsschlag für seinen unter Druck geratenen Trainer gesorgt. Als habe sich eine ganze Mannschaft entschlossen, endlich auch für ihren Trainer zu spielen, so rannten und ackerten die Lauterer Profis. Am Ende hieß es 3:1 gegen Eintracht Frankfurt.

Das Ultimatum, das der FCK-Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi zuvor ausgesprochen hatte (vier Punkte aus zwei Spielen) hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Ein Punkt gegen Freiburg beim 2:2 und jetzt drei in Frankfurt – von der angedrohten Kündigung war nicht mehr die Rede. Doch Jäggi hatte ohnehin schnell bedauert, so offen gedroht zu haben. So ruderte er in den vergangenen Tagen kräftig zurück. „Wenn ich eine Reaktion sehe und Gerets mir sagt, er schafft das, bleibt er, das habe ich immer gesagt“, ließ Jäggi verlauten.

Nach dem zweiten Saisonsieg macht der Blick auf die Tabelle der Pfälzer Fußballfamilie wieder richtig Spaß. Durch den Erfolg über eine in allen Belangen überforderte und kaum erstklassige Eintracht kletterten die Lauterer vom letzten auf den 13. Platz. Schon nach sechs Minuten sprangen sie auf der Bank des FCK in die Höhe. Marian Hristow („Endlich hat es mit einem Sieg für den Trainer geklappt“) hatte mit einem Schuss aus 16 Meter Erfolg. Frankfurts Trainer Willi Reimann versuchte zwar nach dem 0:1 mit Nico Frommer als zweitem Stürmer neuen Schwung ins Spiel zu bringen. Mehr als zwei Freistoßchancen von Ervin Skela, der in der 89. Minute die Rote Karte sah, weil er Riedl bespuckt hatte, aber sprangen nicht dabei heraus. Tim Wiese im Lauterer Tor rettete zweimal in letzter Sekunde.

Als dann Miroslav Klose kurz nach der Pause nach einer Vorlage von Vratislav Lokvenc den Ball zum 2:0 ins Netz spitzelte, war die Sache gelaufen. Die Frankfurter waren nicht in der Lage, den Gegner unter Druck zu setzen. Zudem wollten die Pfälzer gar keine Zweifel aufkommen lassen. In der 51. Minute gab es dann erneut Jubel auf der Bank Kaiserslauterns. Hristow drehte mit erhobenen Armen nach seinem zweiten Treffer zum 3:0 eine kleine Ehrenrunde. Dass der Frankfurter Markus Beierle in der Nachspielzeit noch ein Tor erzielte, nachdem Wiese einen Foulelfmeter von Frommer pariert hatte, nahm man im Lager der Lauterer kaum noch zur Kenntnis.

Vieles an diesem Tag sah erstaunlich und ungewohnt spielerisch aus bei den Pfälzern, die nun plötzlich auch diszipliniert auftraten. Selbst Steffen Freund, nicht gerade als begnadeter Techniker bekannt, gelang etwas Außergewöhnliches wie ein Hackentrick im Mittelfeld. Für die Fans aus der Pfalz aber stand der Held des Abends schnell fest. Lange feierten sie Erik Gerets, der brav und erleichtert ins Publikum winkte, das mit La Ola gar nicht mehr aufhören wollte und Gerets minutenlang hochleben ließ.

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