Fußball : "6+5" soll kommen

Für Fifa-Präsident Joseph Blatter ist die Einführung der so genannten "6+5"-Regelung schon beschlossene Sache. Demnach sollen mindestens sechs einheimische Spielern pro Fußballteam festgeschrieben werden.

Zürich - "6+5 kommt - ganz sicher", sagte Blatter in einem Interview dem Fachmagazin "Kicker". Der Schweizer erhofft sich von der Ausländerbeschränkung im europäischen Fußball eine größere Identifikation der Fans mit ihren Vereinen sowie größere Chancen für Talente und eine Entlastung der angespannten Club-Finanzen. Der von Franz Beckenbauer propagierte Vorschlag zur Festschreibung von mindestens sechs einheimischen Spielern pro Team werde sich aber nur "Schritt für Schritt" einführen und noch nicht 2007 umsetzen lassen.

Blatter kündigte an, sich künftig verstärkt um die "Kontrolle der weltweiten Geldströme" kümmern zu wollen. "Wir können den Fußball nicht so als Freiwild auf dem Markt lassen", sagte der 70-Jährige, der auch den "Menschenhandel mit Kindern im Fußball" anprangerte. Die undurchsichtigen Finanzströme wolle er nach seiner erwarteten Wiederwahl als Chef des Weltverbandes beim Fifa-Kongress im Mai 2007 zu einem seiner Arbeitsschwerpunkte machen. Dabei setzt Blatter - wie bei der Bekämpfung von Korruption - auch auf die Hilfe der Justiz.

In allen anderen Bereichen müsse der Sport allerdings auf seine Autonomie pochen und sich gegen Einflüsse aus der Politik - wie bei der angestrebten Einführung einer Ausländerbeschränkung - zur Wehr setzen. Eine diskutierte Gehaltsobergrenze für Fußball-Stars lehnt der Schweizer derweil ab. "Der Sport sollte nicht in die freie Wirtschaft eingreifen."

Blatter: Spielplan an Kalenderjahr anpassen

Blatter schloss auch einige revolutionäre Änderungen nicht aus. "Die Saison sollte von Ende Februar bis Ende November gehen", meinte er und sprach sich damit für eine Anpassung des Spielplans an das Kalenderjahr aus. Zudem befürwortet er die unter anderem von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge geforderte Reform des Qualifikationsmodus' für Welt- und Europameisterschaften. "Das ist ein europäisches Problem, in allen anderen Kontinenten gibt es diese Vorqualifikationen. Warum nicht in Europa?"

Am Dienstag und Mittwoch entscheidet das Fifa-Exekutivkomitee unter Blatters Leitung über den Zeitplan sowie die Auslosung und den Modus der Qualifikations-Gruppen für die WM 2010 in Südafrika. Zudem stehen der Confederations Cup 2009 im nächsten WM-Gastgeberland und das Bewerbungs-Procedere für die WM 2014 auf der Tagesordnung der Sitzung in Zürich. Die übernächste WM-Endrunde soll in Südamerika stattfinden. Brasilien gilt als einziger ernsthafter Kandidat. (tso/dpa)

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