Fußball-Bundesliga : Bayerns junge Verfolger sind nicht abgezockt genug

Die fünfte Meisterschaft in Folge ist den Bayern nur noch theoretisch zu nehmen. Leipzig und Dortmund können die Münchner höchstens an einem Tag schlagen. Ein Kommentar.

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Robert Lewandowski bejubelt das 3:0 gegen Eintracht Frankfurt. Bald können die Bayern auch die fünfte Meisterschaft in Folge feiern. Foto: Andreas Gebert/dpa
Robert Lewandowski bejubelt das 3:0 gegen Eintracht Frankfurt. Bald können die Bayern auch die fünfte Meisterschaft in Folge...Foto: Andreas Gebert/dpa

Schon vor diesem Spieltag hatte der FC Bayern nicht gerade gezittert um die fünfte Meisterschaft in Folge. Doch wenn selbst Kapitän Philipp Lahm, sonst stets bedacht auf unverfängliche Antworten, das Rennen um die Schale indirekt für beendet erklärt, ist am 26. Titel des Rekordmeisters wirklich nicht mehr zu zweifeln. „Zehn Punkte Vorsprung sind ein großes Polster“, sagte Lahm, „das sollten wir eigentlich nicht verspielen.“

Die Münchner haben in der Bundesliga schlicht und einfach keine ansatzweise gleichwertigen Konkurrenten. Sicher, Leipzig und der BVB spielen streckenweise spektakulären Fußball und können den Bayern in einem Spiel – wie bei der einzigen Niederlage im November in Dortmund – durchaus weh tun. In der Bundesliga reicht das jedoch nicht aus. Über 34 Spieltage ist Konstanz der Schlüssel – und die fehlt sowohl Leipzig als auch Dortmund.

Die Bayern haben sich bis vor wenigen Wochen oft durch den Ligaalltag gequält, doch im Gegensatz zur Konkurrenz haben sie zähe Spiele wie in Ingolstadt gewonnen, oder zumindest nicht verloren wie in Berlin. Diese Abgezocktheit fehlt den hochtalentierten, aber deutlich jüngeren Verfolgern. Das haben nicht zuletzt die Niederlagen von Leipzig gegen Wolfsburg und Dortmund bei Hertha gezeigt.

Ein Grund zur Trauer ist diese – zugegeben, nicht wirklich neue – Erkenntnis aber keineswegs. Leipzig hat als Aufsteiger alle Erwartungen übertroffen und spielt in der kommenden Saison vermutlich in der Champions League. Die Dortmunder sind dort sogar noch vertreten und haben sich mit ihrem schnellen Offensivfußball viel internationale Anerkennung erspielt. Und allen Fans, die ob der zehn Punkte Vorsprung über Langeweile in der Bundesliga klagen, sei ein Blick nach Schottland ans Herz gelegt. Dort liegt Celtic Glasgow 25 Punkte vor Verfolger Aberdeen. Da hilft selbst das von Uli Hoeneß einst beschworene Fernglas nicht mehr.

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