Sport : Fußball-Bundesliga: Pizarro trifft und pokert

Dank Abwehrchef Frank Verlaat bleibt Werder Bremen im Rennen um einen Platz im internationalen Fußball-Geschäft. Der Niederländer köpfte in der 74. Minute den Siegtreffer beim 2:1 (1:0)-Erfolg der Hanseaten bei Bundesliga-Schlusslicht VfL Bochum. Nach zuvor zwei Siegen verpasste Bochum die Chance, wieder Kontakt zur Konkurrenz im Abstiegskampf aufzunehmen. Die Bochumer haben damit vielleicht die letzte Chance auf den Klassenerhalt vertan.

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Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Vor 21 974 Zuschauern im Ruhrstadion hatte Bremens Torjäger Claudio Pizarro mit seinem 16. Saisontreffer die Gäste von der Weser in Führung (38. Minute) gebracht. Thomas Reis erzielte in der 62. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich. Für Bremen war es der dritte Sieg in Folge.

Nach zuletzt zwei Siegen begann das VfL-Team von Trainer Rolf Schafstall mit neuem Schwung und hatte zunächst die größeren Spielanteile. Vor allem der erneut starke Yildiray Bastürk dirigierte das Spiel des Abstiegskandidaten, seine Nebenleute gingen allerdings zu selten auf seine Ideen ein. So dauerte es bis zur 29. Minute, ehe Thomas Christiansen die erste klare Torchance hatte, allerdings an Werder-Schlussmann Frank Rost scheiterte. Nur eine Minute später rettete Bremens Frank Baumann nach einem indirekten Freistoß durch Bastürk auf der Linie. Auch Olaf Schreiber scheiterte mit einem Alleingang (31.).

Prompt ging für die Bochumer der Schuss nach hinten los: Nach einer Ecke des in der ersten Hälfte aufreizend lässigen Spielmachers Andreas Herzog nutzte Pizarro per Kopf die erste Bremer Chance zur Führung. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff verpasste der Peruaner die Vorentscheidung, als er nach einem Pfostenschuss Herzog den Ball über das leere Tor drosch. So mussten die Norddeutschen, die das Spiel eigentlich in dieser Phase immer besser in den Griff bekommen hatten, den Ausgleich nach einem 16-Meter-Schuss von Reis hinnehmen.

Bei den Gastgebern überzeugte neben Bastürk vor allem Mittelfeldspieler Sebastian Schindzielorz. In Reihen der Bremer, die auf den gelb-gesperrten Torsten Frings sowie die verletzten Bernhard Trares und Marco Bode verzichten mussten, gefiel vor allem Torschütze Verlaat. Nach dem Seitenwechsel steigerte sich auch Spielmacher Herzog erheblich.

Währenddessen ist das Pokerspiel um den Verbleib von Claudio Pizarro beim SV Werder eröffnet. Dabei hält der Stürmer dank seiner überragenden Leistungen in dieser Saison alle Trümpfe in der Hand, doch in die Karten schauen lässt sich der Peruaner bei Fragen nach seiner Zukunft nicht. "Ich habe noch mit keinem Verein verhandelt. Erst höre ich mir die Offerte des SV Werder an", diktiert der 22-Jährige Medienvertretern in die Notizblöcke. Werders Sportdirektor Klaus Allofs ist nun gefordert. Er soll dem Torjäger eine Ausstiegsklausel aus dem bis 30. Juni 2002 laufenden Vertrag abkaufen und gleichzeitig einen langfristigen Vertrag schließen.

Dabei kann Allofs schon mal ins Schwitzen kommen. Der frühere Nationalspieler, der bei Werder seine aktive Karriere beendete, weiß, dass er bei der Frage des Geldes keine Chancen hat. "Wenn die Mark entscheidet, dann wird der SV Werder verlieren. Finanziell können wir mit den großen Klubs nicht mithalten", sagt Allofs. Er setzt auf das Argument der Vernunft. "Claudio hat gesehen, wie er sich bei uns zu seinem Vorteil entwickelt hat. Er kann bei uns in den kommenden Jahren zu einem Weltklassespieler heranreifen", glaubt Allofs.

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