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Blatter

© AFP

Fußball: Fifa droht Spanien mit EM-Ausschluss

Weil sich der Staat zu sehr in die Angelegenheiten des spanischen Verbands einmischt, erwägt die Fifa einen Ausschluss der Fußballer von internationalen Wettbewerben. Ein solcher Beschluss könnte "innerhalb von sechs Stunden" erfolgen, droht Fifa-Chef Blatter.

Der Weltfußballverband Fifa hat Spanien mit dem Ausschluss von der EM und der Champions League gedroht. Wenn die Madrider Regierung ihre Einflussnahme auf den Fußball nicht stoppe, werde der spanische Verband RFEF aus dem Weltverband ausgeschlossen, sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter. Dies hätte zur Folge, dass Spanien nicht an der EM in Österreich und der Schweiz teilnehmen könnte und die spanischen Vereine aus der Champions League und dem Uefa-Pokal ausgeschlossen würden.

Der Anlass der Drohung Blatters ist eine Anordnung der spanischen Regierung, wonach alle Sportverbände, die sich nicht für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziert haben, vor dem Sommer eine neue Führung wählen sollen. Dies gilt auch für den Fußballverband. Der RFEF will die Wahl jedoch erst im Herbst abhalten. Die Fifa könne notfalls innerhalb von sechs Stunden den Ausschluss Spaniens beschließen, warnte Blatter. "Wir haben da mehr Macht als die Vereinten Nationen."

Bewerbung um WM 2018?

Blatter erinnerte daran, dass die Fifa bereits in Portugal und Griechenland Versuche der Einflussnahme der Politik auf den Sport unterbunden habe. "Die verantwortlichen Politiker in Spanien sollten einsehen, welches Risiko sie eingehen." Blatter sicherte dem RFEF-Präsidenten Angel María Villar die Unterstützung der Fifa zu. Villar, seit zehn Jahren Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees und Vizepräsident der Europäischen Fußball-Union Uefa, ist in Spanien heftig umstritten. In der Presse wird er zuweilen als unfähig bezeichnet. Die Justiz ermittelt gegen RFEF-Vorstandsmitglieder wegen des Verdachts der Misswirtschaft.

Spanien erwägt derweil, sich zusammen mit dem benachbarten Portugal für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Jahr 2018 zu bewerben. Dies gab der Fifa-Chef am Rande einer Ehrung der Fußball-Legende Alfredo di Stéfano bekannt. Die Niederlande und Belgien hätten bereits offiziell eine gemeinsame Kandidatur angemeldet. Nach Angaben von Blatter zeigten darüber hinaus die USA, Mexiko, England, Russland, China und Australien Interesse an einer möglichen Kandidatur. Die kommenden Weltmeisterschaften finden in Südafrika (2010) und Brasilien (2014) statt. (jvo/dpa)

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