Fußball : Hitzlsperger wechselt vom VfB zu Lazio Rom

Thomas Hitzlsperger tritt die Flucht nach vorne an und verlässt den VfB Stuttgart. Durch fehlende Spielpraxis sei seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Gefahr.

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Foto: dpadpa

Stuttgart - Normalerweise haben deutsche Bundestrainer bei Wechseln ihrer Spieler zu anderen Klubs selten die Finger im Spiel. Bei Joachim Löw und Thomas Hitzlsperger ist das anders. Der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart hörte genau hin, als Löw ihm im Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Südafrika dringend empfahl, „mehr zu spielen“. Weil das in den kommenden Monaten beim VfB schwierig werden dürfte, zog er Konsequenzen und hörte auf Löws Rat. Mit sofortiger Wirkung, so teilten die Stuttgarter noch vor ihrem Sonntagsspiel gegen Borussia Dortmund mit, wechselt Hitzlsperger für rund eine Million Euro zum italienischen Erstligisten Lazio Rom. Sein Vertrag dort läuft bis zum Saisonende, ebenso lang wie er in Stuttgart noch Bestand hatte.

Was der Nationalspieler damit erreichen will, liegt auf der Hand. Ohne Spielpraxis würden seine Chancen auf einen Platz im deutschen WM-Kader dramatisch sinken. Genau das hatte Löw Hitzlsperger in einem Gespräch vergangene Woche deutlich gemacht. Damals hatte Hitzlsperger einen Transfer noch als „Notlösung“ bezeichnet. Er wollte vorher ein letztes Mal seine Chancen in einem Gespräch mit Stuttgarts Trainer Christian Gross ausloten. Der Meinungsaustausch muss eindeutig negativ verlaufen sein. Gross sieht Hitzlsperger hinter Christian Träsch, Sami Khedira und Zdravko Kuzmanovic nur als Nummer vier im defensiven Mittelfeld.

Hitzlsperger will in Rom einen Neuanfang starten. In Stuttgart war er ins Abseits gerutscht – spätestens nachdem Gross’ Vorgänger Markus Babbel ihn als Kapitän abgesetzt und ihn zumindest indirekt zum Sündenbock für die sportliche Krise gestempelt hatte. „Ich hatte eine schöne Zeit in Stuttgart“, sagte Hitzlsperger zum Abschied. In Rom aber sehe er bessere Chancen zu spielen. Joachim Löw wird die Meldung mit Aufmerksamkeit verfolgt haben.

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