Sport : Fußball nach dem Frühstück

In England wird flexibel gespielt – auch wegen der Sicherheit

Mathias Thibaut

London. In England ist die Sachlage klar. „Frühere Anstoßzeiten in der englischen Premier League werden nicht davon bestimmt, ob bestimmte Spiele im Ausland besonders viele Fernsehzuschauer haben“, sagt ein Sprecher der populärsten nationalen Fußballliga der Welt auf Nachfrage. Die Spiele der Premier League werden in 160 Ländern gezeigt und haben ein potenzielles Publikum von 560 Millionen Menschen – davon allein 350 Millionen in asiatischen Ländern. Aber entscheidend für diesen Erfolg sei „die Qualität des Kernprodukts“, sprich die Qualität der Fußballspiele. Allerdings räumt der Sprecher ein, dass englische Anpfiffzeiten „für Fernostländer attraktiver sind als etwa die der Spanier und Italiener, die öfter am Abend spielen“.

Im neuen Auslands-TV-Paket der Premier League, über das derzeit verhandelt wird und das einen Wert von 330 Millionen Euro haben soll, gibt es aber auch Spiele, die bereits um 13 Uhr angepfiffen werden. Doch das hat mit Forderungen der EU-Kommission zu tun. Die EU verlangt aus Wettbewerbsgründen, dass mehr Spiele so angesetzt würden, dass sie im Fernsehen live übertragen werden könnten. Überhaupt führte die Forderung, mehr TV-Pakete mit Spiel-Übertragungen anzubieten dazu, dass der Spielplan am Samstag gesplittet wurde. So wurde in der ersten Runde des FA-Cups um 12.30 und 16 Uhr gespielt.

Allerdings sind diese Spiele bei Fans und Spielern unbeliebt. Auch die BBC registriert dann weniger Zuschauer als sonst. In der Premier League wird, um die Forderungen der EU zu erfüllen, in Zukunft am Samstag um 13 und 17.15 Uhr gespielt. Seit langem wird auch am Sonntag um 12 und 14.30 Uhr sowie am Montagabend gespielt. Vor allem die Polizei hat sich dafür eingesetzt: Immer, wenn Krawalle zu befürchten sind, drängt sie auf einen frühen Spielbeginn. So bleibt den Fußball-Fans weniger Zeit, sich vor dem Anpfiff zu betrinken.

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