Sport : Fußball-Nationalmannschaft: Die Bayern finden Völler völlig in Ordnung

Rudi Völler kann Hilfe gut gebrauchen. Der Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft muss sich nach der verpassten Direkt-Qualifikation für die Weltmeisterschaft erstmals Kritik gefallen lassen. Völler bekommt aber auch Trost und Zuspruch - von den Bayern. Manager Uli Hoeneß warnte am Montagabend davor, "auf der Zielgeraden alles in Frage zu stellen, was man in zwölf Monaten aufgebaut hat". Völler müsse mit dem derzeitigen Kader - "plus Carsten Jancker, plus Mehmet Scholl und später Jens Jeremies" - bis 2002 arbeiten. Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld findet sogar, dass die Deutschen genug Substanz haben, "auch ohne Scholl und Jancker die WM-Qualifikation zu schaffen". Vom Erfolg Völlers ist auch er überzeugt.

Selbst Franz Beckenbauer - sonst ein Freund lauter Töne - stärkte dem Teamchef nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Finnland den Rücken. "Rudi ist in Ordnung." Wenn der Trainer die Prüfung gegen die Ukraine bestehe, werde er wieder da stehen, wo er vor dem England-Spiel gestanden hat - "ganz oben". Allerdings dürfe die Mannschaft in der Relegation nicht so wie in der ersten Halbzeit gegen Finnland spielen. "Da war kein Siegeswille vorhanden", bemängelte der Bayern-Präsident. Bei so manchem deutschen Profi sei das Können sowieso "begrenzt". Da waren sie wieder, Beckenbauers laute Töne.

An Völler zweifeln die Bayern nicht. Dass der 41-Jährige nun kritisiert wird, findet Hoeneß normal: "Rudi hat die Sonnenseiten des Geschäfts kennen gelernt. Jetzt muss er mit dem Gegenwind zurecht kommen. Wenn ihm das gelingt, kann er ein großer Trainer werden." Auch Beckenbauer habe sich bei der WM 1986 in Mexiko als DFB-Teamchef seine Sporen erst verdienen müssen und dabei Fehler gemacht. Vier Jahre später gewann er den Titel. In seinem Team spielte Rudi Völler.

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