Fußball : Spitzenklubs liebäugeln mit europäischer Superliga

Mehrere Spitzenclubs des internationalen Fußballs erwägen offenbar wieder die Gründung einer Superliga. Anders als bei entsprechenden Ideen in den 90er Jahren ist diesmal laut Medienberichten auch die Uefa in das Vorhaben involviert.

Madrid/ParisDas französische Fachblatt "France Football" und mehrere spanische Zeitungen berichteten am Dienstag übereinstimmend, dass über entsprechende Pläne auf einem Treffen der Interessenvertretung der europäischen Fußball-Vereine (ECA) gesprochen worden sei. Die Schaffung einer Superliga solle den Clubs höhere Einnahmen sichern und dabei helfen, die Folgen der Wirtschaftskrise zu überwinden.

Das Vorhaben ähnele den Plänen, die mehrere Spitzenclubs schon in den 90er Jahren verfolgt hatten, berichteten die Zeitung "El Mundo" und das Sportblatt "Marca". Dieses Mal solle die angestrebte Superliga allerdings nicht ohne, sondern in Zusammenarbeit mit der Europäischen Fußball-Union (Uefa) geschaffen werden. Die in der ECA zusammengeschlossenen Vereine wollten dem Uefa-Chef Michel Platini einen Vorschlag vorlegen und eine einvernehmliche Lösung finden.

Wöchentliche Spitzenspiele

Die Pläne laufen nach diesen Berichten darauf hinaus, dass die geplante Superliga von der Saison 2012/2013 an die Champions League und den Uefa-Cup ersetzen soll. Sie soll in drei Staffeln ausgespielt werden, die nach der Leistungsstärke der Vereine gegliedert sein sollen. Damit sollen künftig auch Clubs aus kleineren Ländern die Möglichkeit bekommen, bis in die oberste Elite aufzusteigen.

In der Superliga soll nach Angaben der Zeitungen praktisch wöchentlich gespielt werden. Die nationalen Ligen sollen beibehalten werden. Dort soll die Zahl der Vereine allerdings auf höchstens 16 beschränkt werden, um eine Überlastung der Terminpläne zu verhindern. Laut "El Mundo" versprechen die Planer sich von dem Vorhaben, dass die Einnahmen bis zu zehnmal höher sein werden als in der Champions League.

Vorstoß des AC Mailand

Platini sagte "France Football" auf Anfrage, er sei zwar schon immer Anhänger eines "mehr egalitären Wettbewerbs" gewesen, wolle sich einem solchen Vorhaben aber nicht widersetzen. "Wissen Sie, die Uefa ist eine demokratische Organisation. Wenn es soweit ist, werden wir alle beteiligten Parteien anhören", ergänzte der französische Uefa-Präsident.

Laut "El Mundo" war der AC Mailand der erste Club, der sich dafür stark machte, die Pläne für eine europäische Superliga wieder aufzugreifen. Vereine wie Inter Mailand, Real Madrid, Manchester United oder der FC Liverpool unterstützten die Initiative. (küs/dpa)

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