Deutschland - England : "The Sun" eröffnet den Fußballkrieg

„Macht euch bereit für die deutsche Kriegsmaschine" - das englische Boulevardblatt "The Sun" kann es nicht lassen. Andere britische Zeitungen freuen sich ohne Kriegsrhetorik auf das Achtelfinalduell bei der WM.

Der Teutone Özil erklärt den Krieg: Britischer Presseirrsinn.
Der Teutone Özil erklärt den Krieg: Britischer Presseirrsinn.Foto: promo

„Özils Kracher macht das Traum-Duell perfekt“, frohlockte das Massenblatt „Daily Mail“ vor der Partie am Sonntag in Bloemfontein. Der seriösere „Independent“ erwartet ein „Duell, bei dem einem das Wasser im Mund zusammenläuft“. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw hatte mit dem 1:0-Erfolg gegen Ghana den Sieg in Gruppe D gesichert und trifft nun auf die „Three Lions“, die nach dem 1:0 gegen Slowenien Zweiter der Gruppe C wurden. „Das musste ja so kommen. Vom Moment an, als Beckenbauer seinen Mund aufmachte“, meinte der konservative „Telegraph“ auf seiner Homepage.

Die "Sun", die Deutschland gegenüber seit der WM 2006 eigentlich moderater gestimmt war, verfiel zurück in alte Muster: „Macht euch bereit für die deutsche Kriegsmaschine", schrieb das Boulevardblatt. "Der alte Feind hat das Achtelfinale gegen England gebucht.“

Franz Beckenbauer hatte dafür die Vorlage geliefert: Das deutsche Fußball-Idol hatte nach dem WM-Fehlstart der Engländer beißende Kritik am Spielstil der Mannschaft von Coach Fabio Capello geübt. Der verletzte deutsche Kapitän Michael Ballack hatte die Debatte mit einer Kolumne in der „Times“ noch angeheizt, in der er den Engländern unterstellte, die Serie von Misserfolgen bei großen Turnieren würde das Team belasten. Stürmerstar Wayne Rooney meinte daraufhin, er würde sich auf ein Treffen mit den Deutschen freuen. „Es würde mir Spaß machen, sie zu schlagen“, sagte der Torjäger von Manchester United. (Tsp/dpa)

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