England enttäuscht : Am Wembley-Tor lag es nicht

England hat enttäuscht – besonders Wayne Rooney. Er sollte der Erlöser sein, doch er kam nie wirklich in Südafrika an. Seine bestechende Form aus der Premier League war irgendwo verloren gegangen.

von
Ein Wort mit F und vier Buchstaben? Kennt der Rooney ganz genau.
Ein Wort mit F und vier Buchstaben? Kennt der Rooney ganz genau.Foto: dpa

Sicher wird Frank Lampards nicht gegebenes Tor zum möglichen 2:2 in den nächsten Tagen eine wichtige Rolle in den Diskussionen auf der Insel spielen. „Du bist ein nutzloser Referee“, titelte das Boulevardblatt „The Sun“ am Sonntag auf seiner Homepage. Illustriert wurde der Frust mit großen Fotos vom hinter der Linie des deutschen Tores aufprallenden Ball. Von „Fan-Wut wegen des Tor-Fehlers“ berichtete die „Times“.   

Doch schon in den ersten Analysen waren sich TV-Experten wie die ehemaligen Nationalspieler Alan Shearer und Gary Lineker einig, dass England vor allem schlecht gespielt hat. Und nach ein paar Tagen der Wut wird sich allgemein die Erkenntnis durchsetzen, dass England nicht genug bei dieser WM getan hat. Vor allem Wayne Rooney nicht.

Er sollte der Erlöser sein, doch er kam nie wirklich in Südafrika an. Seine bestechende Form aus der Premier League war irgendwo verloren gegangen. Englands Trainer Fabio Capello hatte zum ersten Mal in seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit eine unveränderte Mannschaft auf den Platz geschickt: gegen die Deutschen sollte es die Elf aus dem Slowenen-Spiel (1:0) richten. (Selbst-)vertrauensbildend sollte diese Maßnahme wirken.

Rooney ließ sich oft bis an die Mittellinie fallen, um die Bälle aufzunehmen, viel zu weit weg vom deutschen Tor wetzte er dann los, meist genau in eine Berliner Mauer namens Arne Friedrich hinein. Englands Spiel lief an ihm vorbei, soweit man zu Beginn der Partie überhaupt von einem englischen Spiel reden konnte. Nach dem 0:2 wedelte er wild mit den Armen und schimpfte divenhaft auf seine Kollegen. Auch der Schiedsrichterassistent bekam wegen seines Fehlers Rooneys Zorn nach dem Halbzeitpfiff zu spüren.

In der zweiten Hälfte stand er näher am deutschen Strafraum und bekam einige präzise Bälle in den Lauf, doch er legte lieber auf Mitspieler Jermain Defoe ab, anstatt selbst den Abschluss zu suchen für sein erstes WM-Tor überhaupt. Rooney wirkte resigniert. Vielleicht muss erst die „Goldene Generation“ um die Lampards und Gerrards abtreten, bevor er endlich auf der WM-Bühne zu sich findet. Im Gegensatz zu den alternden Granden wird der 24-Jährige noch ein, zwei Chancen bekommen. Erst einmal aber bleibt der Schmerz. Kapitän Steven Gerrard sagte nach dem Spiel: „Das WM-Aus tut sehr weh, vor allem gegen Deutschland.“  

5 Kommentare

Neuester Kommentar