Mesut Özil : "Ich wusste, dass ich ein Tor mache"

Deutschlands Spielmacher und Torschütze Mesut Özil spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über seinen Treffer zum 1:0 gegen Ghana, über seinen schmerzenden Fuß und über England.

Deutschlands Bester: Mesut Özil.
Deutschlands Bester: Mesut Özil.Foto: AFP

TAGESSPIEGEL: Herr Özil, was hat das Spiel gegen Ghana so kompliziert gemacht?

MESUT ÖZIL: Die Antwort ist so schwer, wie das Spiel war. Auf uns lastete ganz schön viel Druck. Dann hatten wir in der ersten Halbzeit ein paar Torchancen, die wir hätten machen müssen. Vor allem die von mir. Leider habe ich die vergeben. Da war klar, dass es für uns etwas schwieriger werden würde. Ghana hat ja auch ziemlich Druck gemacht. Ich bin erleichtert, dass wir gewonnen haben.

TAGESSPIEGEL: Was war der Schlüssel zum Sieg?

MESUT ÖZIL: Der Schlüssel war, dass wir gekämpft haben. Wir haben nicht gerade überragend gespielt. Aber wir haben nicht aufgegeben und wurden belohnt.

TAGESSPIEGEL: Sie haben dann doch ein Tor erzielt – das Siegtor. Musste es so spannend sein?

MESUT ÖZIL: Fragen Sie mich Leichteres. Dass ich meine erste Chance vergeben habe, war sehr bitter. Aber ich wusste, dass ich noch ein Tor mache. Gott sei dank habe ich die zweite Chance genutzt. Dieses Tor werde ich nie vergessen. Ich bin jetzt so erleichtert, es ist mein erstes WM-Tor. Aber wichtiger war, dass wir drei Punkte geholt haben und Gruppenerster sind.

TAGESSPIEGEL: Beschreiben Sie mal Ihr wunderschönes Tor.

MESUT ÖZIL: Ich habe den Ball von Thomas Müller quergelegt bekommen. Ich habe ihn angenommen und dabei gesehen, dass da zum Tor eine Lücke ist. Dann habe ich einfach geschossen.

TAGESSPIEGEL: Hört sich einfacher an, als es ist. Sie machen wohl gern die komplizierten Tore, die Eins-eins-Situationen mit dem Torwart mögen Sie wohl nicht?

MESUT ÖZIL: Normalerweise mache ich die im Training rein, aber keine Ahnung, in den letzten Spielen hatte ich damit meine kleinen Schwierigkeiten. Ich hatte Pech im Abschluss in letzter Zeit. Ich werde wohl auf diesem Gebiet etwas intensiver trainieren müssen, damit das wieder besser wird.

TAGESSPIEGEL: Und nun heißt der Gegner England.

MESUT ÖZIL: Ja, ein große Fußballnation und ein Duell mit Geschichte.

TAGESSPIEGEL: Wer ist für Sie Favorit?

MESUT ÖZIL: Beide sind sehr stark. Ich halte England für stärker als Ghana. Es wird ein interessantes Spiel. Angst haben wir keine.

TAGESSPIEGEL: Was wird gegen England wichtig?

MESUT ÖZIL: Wir müssen einfach unsere Torchancen nutzen, dann gewinnen wir. Ich glaube an unsere Mannschaft.

TAGESSPIEGEL: Sie sind kurz vor dem Abpfiff umgeknickt. Was ist mit Ihrem Fuß?

MESUT ÖZIL: Im ersten Moment tat es weh, aber jetzt geht es schon. Ich glaube nicht, dass mir so etwas England wegnehmen kann.

Die Fragen stellte Michael Rosentritt.

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