Sport : Fußballbörse: Italien zieht nach unten

Wer wird zum Flop? Wer wird ein Star? Die Europameisterschaft 2000 in den Niederlanden und Belgien ist die große Handelsmesse des Fußballs. Unsere tägliche Analyse.



Das kam so unerwartet wie bei der T-Aktie (wenn auch Kenner keinen Zusammenhang sehen): Der Fax brach ein. Verantwortlich dafür ist Italien. Dieser Wert ist so antiquiert wie Bundesanleihen, für die früher in Krimis geworben wurde; er ist so spannend, als würde man mit Braunkohle Furore machen wollen; ja, Italien als Wert ist attraktiv wie gehäkelte Unterwäsche.

Woran das liegt? Analysten verweisen sowohl auf mangelnde Fantasie wie auch auf fehlende Exportchancen. Vom System-Managenent her ist Italien modern wie die Backstein-Manufaktur. Creativ capital? Null. Zement, Beton, Granit, Marmor - das sind Materialien für die Mafia, nicht aber fürs High-Tech-Zeitalter. Natürlich hat sich die Technik etwas verbessert, doch in diesem Team fehlen die Mikroprozessoren.

Der Personalbestand etwa: von Alessandro bis Zoff arbeiten alle (sic!) in Italien. Internationale Kontakte: Fehlanzeige. Stützungskäufe anderer europäischer Länder kommen nicht in Frage, da die Preise an den Handelsorten Mailand und Rom exorbitant hoch sind. Dazu kommt die Überschuldung aller Marktführer, die zudem (AS Rom, AC Mailand) durch rechtsradikale Kontakte an schweren Imageschäden leiden.

Outperformer wie Holland können diesen Trend nicht aufhalten. Die momentane Unterbewertung der Niederland AG gilt als Chance für Neueinsteiger. Und Deutschland? Hier hat man den alten Kostolany-Satz "Nichts tun bringt langfristigen Erfolg" irgendwie falsch verstanden. Dieser Rat gilt nach getätigten Geschäften und nicht vorher. So bleibt die Suche nach einem Vorstandsvorsitzenden ein Dauerwitz unter den Brokern. Als gestern der Name Peter Neururer fiel kam des zu einem Beben - der Lachmuskeln.

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