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Fußballspiel in Österreich abgebrochen : Randalierer attackieren Spieler von Maccabi Haifa

Ein Testsspiel des israelischen Fußballclubs Maccabi Haifa in Österreich musste abgebrochen werden. Propalästinensische Randalierer hatten den Platz gestürmt. Bundesligist Paderborn wird sein Spiel gegen den Club unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen austragen.

Fans stürmen das Spiel von Maccabi Haifa
Fans stürmen das Spiel von Maccabi HaifaFoto: Screenshot Youtube/PFCSteamroller2

Bei einem Freundschaftsspiel in Österreich zwischen Mannschaften aus Israel und Frankreich haben propalästinensische Fußballfans aus Protest gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen den Rasen gestürmt. Die Fans rannten drei Minuten vor Schluss mit palästinensischen Fahnen auf das Spielfeld in Bischofshofen und griffen mehrere Spieler der Mannschaft von Maccabi Haifa an - unter anderem Idan Vered und Dekel Keinan, teilte Maccabi auf seiner Internetseite mit. Nach einem Handgemenge wurden sie von Sicherheitsleuten fortgeführt. Der Schiedsrichter brach das Spiel aus Sicherheitsgründen ab. Die Mannschaft von OSC Lille führte zu diesem Zeitpunkt 2:0. Die zuständige Polizeibehörde in Innsbruck wollte sich am Mittwochabend auf Anfrage mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht äußern.

Maccabi Haifa erklärte anschließend gegenüber der "Jerusalem Post", der Club glaube an "Koexistenz und Toleranz". "Wir verurteilen die Gewalt, die gegen uns eingesetzt wurde. Dies geschah nicht wegen Sport oder Fußball, sondern weil wir ein Team sind, das Israel repräsentiert."

Die israelische Armee geht seit 16 Tagen gegen die palästinensische Hamas-Bewegung im Gazastreifen vor, um den Raketenbeschuss Israels zu unterbinden. Bei dem Einsatz wurden mehr als 700 Palästinenser getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. International wächst die Kritik an der hohen Zahl ziviler Opfer.

Mobil-Nutzer finden das Video hier.

Fußball-Bundesligist SC Paderborn wird das Testspiel gegen Maccabi Haifa am Samstag im österreichischen Wörgl (18.00 Uhr) unter besonderen Schutzmaßnahmen austragen. Wie ein Clubsprecher der in Bielefeld erscheinenden Tageszeitung „Neue Westfälische“ am Donnerstag erklärte, werde man das Spiel „nur mit Sicherheitsvorkehrungen durchführen“. Alle Paderborner Fans, die zum Spiel kommen wollen, würden deshalb gebeten, ihren Personalausweis mitzubringen.

Eine Absage der Begegnung sei kein Thema. „Wir wollen dieses Testspiel, weil es einfach ein guter Gegner ist“, sagte Pressesprecher Matthias Hack. Manager Sport Michael Born betonte, dass man das Spiel nicht deshalb absagen sollte, weil in dem Land des Gegners Kampfhandlungen stattfinden: „Ich denke, da sollte der Sport im Vordergrund stehen. Für mich ist das eine unfassbare Eskalation, wenn Sportler auf einem Platz angegriffen werden.“ (AFP/dpa)

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