Sport : Ganz verbaler Wahnsinn

Arnd Zeigler und seine Absurditäten des Fußballs

Stefan Hermanns

Arnd Zeigler ist ein Mensch mit vielen Talenten: Er ist Radiomoderator, Stadionsprecher (bei Werder Bremen), Texter und Interpret von Vereinsliedern (von Werder Bremen) und Autor mehrerer Bücher (u. a. über Werder Bremen). Außerdem sammelt er alles, was mit Fußball im Allgemeinen und Werder Bremen im Besonderen zu tun hat, lustige O-Ton- Schnipsel zum Beispiel, die er für verschiedene öffentlich-rechtliche Radiosender zu Collagen zusammenstückelt und die dank seiner Kommentare und Überleitungen im glücklichsten Fall kleine satirische Meisterwerke sind. Das Beste aus „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ ist gerade als CD erschienen, und im Zuge der crossmedialen Vermarktung gibt es nun auch ein Buch mit demselben Titel.

Das Wunderbare ist: Es funktioniert, was eigentlich nicht funktionieren kann – nämlich die Verschriftlichung des verbalen Wahnsinns. Natürlich kommt auch Zeigler nicht an inzwischen nur noch schwer erträglichen Klassikern („Vom Feeling her hatte ich ein gutes Gefühl“) vorbei, allerdings ist es sein großes Verdienst, dass er der Öffentlichkeit einige bisher ungekannte oder unterschätzte Kleinodien aus berufenem Fußballer- Munde zugänglich gemacht hat, aus dem von Manfred Kaltz zum Beispiel: „Was, der Kapellmann wird Arzt? Der wird doch Doktor!“ Das Ganze ist zudem mit wunderbaren Jugendbildnissen der Fußballer aus der guten alten Bergmann-Sammelbilder-Zeit illustriert. Genauso schön ist, dass der Humboldt-Verlag das Buch in seiner Reihe „Information & Wissen“ herausgegeben hat.

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