Sport : Gebt dem Trainer einen Schubs

Nach dem 0:1 gegen Wolfsburg gibt es bei Cottbus nun auch Kritik an Eduard Geyer

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Cottbus (Tsp). So sehr man sich auch bemühte, die Rufe waren nicht mehr zu überhören. „Geyer raus“ lautete die Antwort einiger Cottbuser Fans auf die 0:1-Heimniederlage ihrer Mannschaft gegen den VfL Wolfsburg. Gemeint war Eduard Geyer, der bislang unumstrittene Trainer von Energie Cottbus. Und was Energies Präsident Dieter Krein nach dem Spiel von sich gab, klang nicht unbedingt, als würde er den Anhängern vehement widersprechen. „Wir müssen dem Trainer einen Schubs geben und ihm sagen, dass der eine oder andere Spieler nicht mehr eingesetzt werden soll“, sagte Krein. „In der Besetzung werden wir das nächste Spiel in Kaiserslautern nicht überstehen.“

Konkret ärgerte sich der Präsident über die Auswechselungen der beiden Neuzugänge Paulo Rink und Gregg Berhalter, die für viel Geld nach Cottbus geholt wurden. „Ich habe Rink herausgenommen, weil er mit seinen Kräften am Ende war und ihm noch Spielpraxis fehlt“, sagte Geyer, und es klang nicht nur wie eine Rechtfertigung, es war eine. Ein wenig Selbstmitleid schob Geyer gleich noch hinterher: „Wenn man verliert, ist man immer der Geprügelte.“

Vielleicht hatte auch er mitbekommen, dass Falko Götz, der ehemalige Trainer von Hertha BSC, auf der Tribüne saß. Ein potenzieller Nachfolger? Krein: „Götz spioniert hier für Hertha und kommt für uns nicht in Frage. Geyer bleibt unser Mann.“ Sollte sich an den Fakten (ein halbes Jahr ohne Heimsieg, nur vier Punkte aus sieben Spielen, vorletzter Tabellenplatz) allerdings nicht bald etwas ändern, wird Geyer wohl nicht mehr lange Energies Mann bleiben.

Dabei erwischte Cottbus einen guten Start und hatte in den ersten fünf Minuten zwei gute Chancen durch Vragel da Silva und Radoslaw Kaluzny. Danach gab es im Stadion der Freundschaft allerdings nicht mehr viel Ansehnliches von den Platzherren zu begutachten. „Wir haben uns zu wenig gegen die Niederlage gestemmt“, sagte der Trainer.

Die Wolfsburger, in der ersten Halbzeit kaum vor dem gegnerischen Tor zu sehen, kamen kurz nach der Pause überraschend zum 1:0. Tomislav Maric drehte sich am Strafraum blitzschnell und überraschte Energies Torwart Tomislav Piplica mit einem Flachschuss ins linke Eck. Ausgerechnet Maric, der in den letzten Spielen nicht zur Stammelf gehörte. Zum Anlass für eine Abrechnung mit Trainer Wolfgang Wolf nahm er sein Siegtor nicht. „Ich gebe meine Antworten immer auf dem Platz.“

Das kann Eduard Geyer nicht. Und so blieb ihm nach dem Spiel nur, die Kritik seines obersten Vorgesetzten widerwillig zu akzeptieren. „Ich denke“, sagte Geyer, „dass man in den nächsten Tagen in der Mannschaft etwas verändern muss. Man muss sich Gedanken machen.“ Allerdings nicht nur um die Mannschaft.

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