Sport : Gedemütigte Favoriten Barcelona und Lazio stehen vor dem Aus

Barcelona entzaubert, Lazio gedemütigt: In den Viertelfinal-Hinspielen der Champions League haben sich die Favoriten blamiert und schon nach dem ersten Spiel beinahe alle Chancen auf das Erreichen der Vorschlussrunde verspielt.

"Wir schweben wie auf einer Wolke. Das ist der schönste Tag in meinem Leben", sagte Gerard voller Freude, der überragende Spieler des FC Valencia. Der Angreifer hatte mit seinen seinen drei Toren maßgeblichen Anteil am 5:2-Erfolg der Spanier über Lazio Rom. Die restlichen Treffer steuerten Angulo 68 Sekunden nach dem Anpfiff und Claudio Lopez in der Nachspielzeit bei. "Wir haben eine überragende Partie gegen den haushohen Favoriten gespielt und können mit diesem Ergebnis beruhigt ins Rückspiel gehen", sagte der Argentinier, der in der kommenden Saison für 54 Millionen Mark zum Gegner vom Mittwoch wechseln soll.

"Wir erwarten Lopez am 30. Juni in Rom", erklärte Lazios Vereinsboss Sergio Cragnotti, der ansonsten jedoch wenig Erfreuliches sah. Gegen die wie entfesselt stürmenden Spanier stand Italiens Titelanwärter auf verlorenem Posten, was Trainer Sven-Göran Eriksson zu dem Fazit kommen ließ: "So darf man ein Viertelfinale in der Champions League nicht spielen. In der ersten Halbzeit standen wir förmlich unter Schock." Die Tore von Geburtstagskind Simone Inzaghi und Marcelo Salas erhielten zumindest eine minimale Chance auf das Halbfinale und ließen den schwedischen Trainer der Römer einen Werbespruch zitieren: "Es wird schwer, sich zu qualifizieren - aber nichts ist unmöglich."

Wenig schmeichelhafte Worte bekam der FC Barcelona nach seinem Auftritt in London zu hören. "Barca bezog in London eine Tracht Prügel", titelte die spanische Sportzeitschrift "Marca" nach dem 1:3 des Spanischen Meisters beim FC Chelsea. Für Barcelona erwies sich die 13 als Unglückszahl. Alle bisherigen zwölf Saisonspiele in der europäischen Königsklasse hatten die Katalanen schadlos überstanden. Nun ging die Erfolgsserie ausgerechnet im 13. Spiel zu Ende. "Dieses Resultat hatte ich nicht erwartet", meinte auch Barcelonas holländischer Trainer, Louis van Gaal, der die Niederlage am Spielfeldrand zumeist emotionslos mitverfolgte. Während die spanische Zeitung "La Vanguardia" den "Untergang der blauroten Titanic" konstatierte, glaubt der Trainer weiter an das Weiterkommen seiner über weite Strecken desolaten Mannschaft. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das Ding im Rückspiel noch umbiegen können."

Sein Trainerkollege vom FC Chelsea, Gianluca Vialli, zeigte beim Erfolg an der Stamford Bridge deutlich größere Emotionen. Der Italiener geriet angesichts der beeindruckenden Vorstellung seiner Mannschaft völlig aus dem Häuschen. "Das war jenseits meiner wildesten Träume. Es war ein perfekter Abend. Wir haben unsere Tore zum richtigen Zeitpunkt erzielt und eine hervorragende Einstellung gezeigt", meinte Chelseas Trainer. In die Jubelstimmung des Italieners nach den Toren seines Landsmannes Gianfranco Zola und des Norwegers Tore Andre Flo bei einem Gegentreffer von Figo fielen auch die englischen Blätter ein. "Fiesta-Nacht für Chelsea", titelte "The Guardian", und der "Daily Star" kam gar zu dem Urteil: "Viallis Mannschaft zeigte die Leistung ihres Lebens. Es war die Nacht, in der Chelsea das größte Spiel seiner Geschichte machte."

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