Sport : Gerade noch rechtzeitig

Albas Basketballer mühen sich zum 73:64 über Ulm

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Berlin - Sie sind dann doch nicht alleine geblieben in der Max-Schmeling-Halle, die Basketballer von Alba Berlin und Ratiopharm Ulm. Offiziell 5437 Zuschauer haben sich gestern Nachmittag dem Finale der Handball-Weltmeisterschaft verweigert und wollten stattdessen lieber live eine Partie vom 19. Spieltag der Basketball-Bundesliga sehen. Sie jubelten, als der Hallensprecher zur Halbzeit den WM-Sieg der deutschen Handballer verkündete. Vielleicht auch, weil es bis dahin zumindest für Alba-Fans nicht viel zu jubeln gab.

Drei Viertel lang mühte sich der Tabellenführer gegen den Aufsteiger aus Ulm vergeblich, erst dank eines mit 26:7 gewonnenen Schlussviertels konnte Alba Berlin einen 73:64 (37:38)-Erfolg sicher stellen. Trainer Henrik Rödl macht die Strapazen der letzten Wochen dafür verantwortlich. „William Avery konnte gar nicht spielen, Julius Jenkins ist müde, und wir müssen Jovo Stanojevic integrieren“, sagte der Berliner Trainer, „das war zu viel für uns.“ Gerade noch rechtzeitig konnte sein Team um den Berliner Topscorer Chris Owens (16 Punkte, 6 Rebounds, 5 Assists) das Spiel wenden. „Ich bin froh, dass wir am Ende noch unseren Rhythmus gefunden haben“, sagte Rödl, „aber ein bisschen früher wäre schöner gewesen.“

Weil Aufbauspieler William Avery mit einer Knieprellung nur knapp fünf Minuten spielen konnte, musste der deutsche Nationalspieler seine Aufgabe als Spielmacher übernehmen. Mit 13 Punkten und drei Assists ist ihm das auch gut gelungen. Er konnte allerdings auch nicht verhindern, dass sich sein Team nach dem dritten Viertel plötzlich einem 37:47-Rückstand gegenüber sah. Doch erneut bewies Alba die Qualität, gerade noch rechtzeitig die Intensität steigern zu können.

Beim Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga am Mittwoch gegen den Deutschen Meister Rhein Energie Köln soll Avery allerdings wieder spielen können. „Das wird ein Riesenspiel für beide Mannschaften“, sagte Rödl. Dann dürften beide Teams wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit genießen. Am Sonntagnachmittag waren zehn Zuschauer zu beobachten, die hinter dem Kampfgericht in einen Fernsehmonitor blickten. Und Handball sahen. ben

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