Sport : German Open: Am Netz passiert - Ansichten eines Hundes

Stefan Hermanns.

Liebe Berliner

ich wollte mich nur noch schnell von Euch verabschieden. Leider sind Venus und ich ja schon wieder abgereist, weil sie dummerweise gegen diese kleine Belgierin verloren hat. Wie hieß die noch mal? Na, egal. Ich wäre gerne noch länger geblieben, weil ich - ehrlich gesagt - nicht allzu viel von Eurer Stadt gesehen habe. Meistens habe ich in dieser dunklen Tasche gesteckt. Da wird einem ganz anders, wenn man im Blindflug durch die Gegend geschaukelt wird, das können Sie mir glauben. Wenn sich Venus mit Journalisten unterhalten hat, hat sie sogar den Reißverschluss zugezogen. Vielleicht hatte sie Angst, dass ich irgendetwas erzähle, was ich nicht erzählen darf. Sie vertraut mir wohl nicht. Aber dann knutscht sie mich in aller Öffentlichkeit ab, ohne mich zu fragen. Schon komisch.

Wenigstens durfte ich einmal mit zum Training. Da war ich aber ganz froh, dass ich in der Tasche getragen wurde, weil sonst hinterher wieder mein ganzes Fell voller Sand gewesen wäre. Sehr ärgerlich ist das. Wir - Venus und ich - spielen daher ja auch viel lieber auf Hartplätzen. Als Hund macht man ja einiges mit. Sie können sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie ich mich erschreckt habe, als Venus mich in die Luft geworfen hat wie einen Tennisball. Da ist mir fast der Hundekuchen wieder hochgekommen. Wenigstens stand ich am nächsten Tag in allen Zeitungen. Hoffentlich hat Venus die Artikel ausgeschnitten. Die würde ich gerne meinen Freunden zeigen.

Wenn es nach mir geht, kommen wir nächstes Jahr auf jeden Fall wieder. Ich bin nämlich schon ganz gespannt, ob dann auch diese kaputte Kirche wieder aufgebaut ist, die ich bei unserem Einkaufsbummel gesehen habe. Ich freue mich schon auf Berlin.

Euer Bobby

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