Sport : Gerüchte am Geburtstag

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Von Karin Sturm

Spielberg. Toyota, Jaguar oder doch Mercedes? Am 25. Geburtstag, den Nick Heidfeld gestern beim Formel-1-Grand-Prix in Österreich feierte, machten einige Gerüchte die Runde, für welches Team der Sauber-Pilot in der nächsten WM-Saison fahren würde. Nichts davon ist wirklich spruchreif. Dokumentiert wird durch das Gerede allein, dass die Leistungen des Mönchengladbachers im Schweizer Team große Beachtung finden. Schließlich hat Heidfeld im Sauber-Petronas den Rückstand zur absoluten Spitze immer mehr verkürzen können.

Das schon reicht in der Formel 1 für Gerüchte. Zumal sich auch in Spielberg diese Tendenz fortzusetzen scheint, auf einer Strecke, die dem Sauber-Rennauto immer gut gelegen hat. Auch das Aus nach einem Elektrikdefekt im Freien Training am Freitag ändert nichts am guten Gesamteindruck. In der vergangenen Saison erzielte Heidfeld in Spielberg mit Startplatz fünf das bisher beste Trainingsergebnis seiner Formel-1-Karriere. Vor zwölf Monaten nutzte ihm das nichts, weil die neue Startautomatik ihren Dienst versagte. Aber eine ähnliche Platzierung scheint diesmal sogar im Rennen möglich.

Vor zwei Wochen in Barcelona war Heidfeld immerhin Vierter. Mit etwas Glück scheint sogar ein Podiumsplatz für ihn möglich, so wie 2001 in Brasilien. In Sao Paulo wurde er Dritter, erreichte damit seine bislang einzige Platzierung unter den drei Besten in einem Grand Prix. „So nahe waren wir an den Top-Teams jedenfalls noch nie dran“, sagt Heidfeld mit Stolz. Das darf er auch sein, denn schließlich war es vor allem seine, von den Technikern sehr hoch geschätzte, analytische Entwicklungsarbeit, die Sauber trotz deutlich geringeren Budgets so weit nach vorn gebracht hat.

Der Kampf um den WM-Titel dürfte allerdings für Heidfeld mit den Schweizern dennoch außer Reichweite liegen, weil die kleinen Teams ganz zwangsläufig an ihre Grenzen stoßen. Die Lösung wäre allein der Wechsel zu einem Top-Team, aber sein Manager Werner Heinz stellt klar: „So einfach ist das aus verschiedenen Gründen nicht. Peter Sauber besitzt die erste Option auf Heidfeld. Wenn er diese wahrnimmt, dann können wir gar nichts anderes machen.“ Auch über die im Vertrag enthaltene Klausel, wonach Misserfolg den Wechsel von Heidfeld vorzeitig ermöglichen könnte, wird es nicht klappen. „Ich habe ja nicht geahnt, dass ein paar andere Teams so schwach sind“, sagt Heinz.

Mit viel Geld lässt sich in der Formel 1 freilich fast alles regeln, wie vor dieser Saison der Wechsel des ebenfalls vertraglich bei Sauber gebundenen Finnen Kimi Räikkönen zu McLaren-Mercedes bewies.

Ohnehin hat Mercedes eine zweite Option auf Heidfeld. Doch im Team der Silberpfeile gibt es keinen Platz. Der Schotte David Coulthard besitzt einen Vertrag für 2003. Es gibt jedoch auch Stimmen aus seinem Umfeld, dass er sich von den McLaren-Oberen nicht mehr genügend beachtet fühle. Was als Versuch interpretiert werden kann, Coulthard auf diesem Wege loszuwerden. McLaren-Mercedes, das wäre die einzig ganz große Chance für Heidfeld, trotz der momentanen Probleme, die das Team im Vergleich zu Ferrari und BMW hat. Ob allerdings ein Wechsel zu Toyota oder Jaguar auch sportlich und nicht nur finanziell attraktiv wäre, darf im Vergleich dazu bezweifelt werden.

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