Sport : Geschäftsreise um die Welt

Die Route des FC Bayern: von Asien nach Osteuropa

Daniel Pontzen

München – Es gehört zum Schick des FC Bayern, bei offiziellen Terminen jüngst erworbene Trophäen zu präsentieren. Also funkelten bei der Saisoneröffnung in der vereinseigenen Turnhalle Meisterschale und DFB-Pokal. Neben diesen beiden bekannten Titeln trachtet der FC Bayern neuerdings nach einem weiteren. Nach den Erzählungen von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge musste man den Eindruck gewinnen, die erfolgreichste deutsche Fußballfirma wolle auch Exportweltmeister werden. Angeregt durch die erfreulichen Erfahrungen der gerade absolvierten Asien-Reise formulierte Rummenigge das Ziel, „den FC Bayern auch in anderen Erdteilen besser zu vermarkten als bisher.“

Als nächstes wollen die Bayern dazu den osteuropäischen Markt erschließen, Spiele in Kroatien und Polen sind bereits für August geplant. Dass die wirtschaftliche Logik sich dabei manchmal mit der sportlichen kreuzt, etwa jetzt, da der Jetlag die Vorbereitung auf den Bundesliga-Start (Freitag gegen Mönchengladbach) stört, nehmen die Bayern in Kauf. Man dürfe nicht immer nur davon reden, die Bundesliga im internationalen Geschäft besser zu platzieren, „man muss auch Taten folgen lassen“, sagte Rummenigge, „die europäische Konkurrenz ist uns nach wie vor nicht weit, sondern meilenweit voraus.“ Elf Millionen Euro erwirtschafte die Bundesliga außerhalb Deutschlands pro Jahr, die englische Premier League dagegen 160 Millionen. Von der DFL, die zuständig für die Auslandsvermarktung der Liga ist und einen Vertreter mit den Bayern nach Asien geschickt hatte, erwartet Rummenigge mehr Anstrengungen: „Zehn Jahre ist da überhaupt nichts passiert.“

Trotz der angekündigten Offensive auf andere Regionen genießt der asiatische Markt bei den Münchnern weiterhin Priorität, dem vorsaisonalen Reklame-Trip sollen künftige Exkursionen folgen - wenn der Zeitplan es zulässt, schon im nächsten Sommer, möglicherweise nach China. Mitleid mit den Profis ob der Strapazen während der Vorbereitung sei übrigens nicht notwendig, ergänzte Manager Uli Hoeneß. In der Business Class hätten sie ausreichend Platz zum Schlafen gehabt.

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