Sport : Geschickt eingefädelt

Alba Berlin besiegt in der Europaliga Efes Istanbul 77:61

Benedikt Voigt

Berlin. Einen kleinen Teil der ersten Halbzeit beim Spiel gegen Efes Istanbul verbrachte Szymon Szewczyk damit, die Schnürbänder seiner Basketballschuhe auf der Ersatzbank einzufädeln. Der Power Forward von Alba Berlin hatte auf dem Spielfeld seinen linken Schuh kaputt gemacht, nun musste er sich ein paar Ersatzschuhe aus der Kabine bringen lassen und sein Arbeitswerkzeug erstmal spielfertig machen. Besser vorbereitet präsentierte sich sein Team gestern Abend vor 7168 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle, darunter viele türkische Fans. Beim 77:61 (32:35) gegen den Tabellenführer der Gruppe C brachte eine eindrucksvolle Leistung in der zweiten Halbzeit den Erfolg. Es war im achten Versuch der erste Sieg der Berliner gegen Istanbul.

Dabei geht es bei Alba schon seit drei Spielen in der Europaliga um nicht mehr viel. Die Zwischenrunde ist verpasst, nun mussten die Berliner aufpassen, nicht Letzter zu werden und nicht so schlecht wie noch nie in der Europaliga abzuschneiden. Nach dem dritten Erfolg aus zwölf Spielen ist Alba Berlin immerhin die letzte Sorge los. Auch für das Bundesligaspiel am Samstag in Quakenbrück gibt die ausgeglichene Leistung Hoffnung. Diese spiegelte sich auch in der ausgeglichenen Punkteverteilung wider, in der fünf Spieler zweistellig punkteten. John Best war mit 17 Punkten Topscorer.

Alba musste auf Vladimir Petrovic verzichten, der unter einer rätselhaften Herz-Kreislaufschwäche leidet. Seine gestrige Untersuchung im Marzahner Unfallkrankenhaus brachte keine neuen Erkenntnisse. Die Ärzte werden auch in den nächsten Tagen danach suchen, was sein Herz vor Wochenfrist im Ruhezustand ungewöhnlich schnell schlagen ließ. Der wiedergenesene Aufbauspieler Mithat Demirel kam erst im dritten Viertel ins Spiel, sein körperlicher Zustand ließ noch keinen längeren Einsatz zu. Trotzdem konnte der Nationalspieler zwei Punkte erzielen und einige Impulse bringen.

Die Berliner starteten mit einer 11:3-Führung ins Spiel. Dann antwortete Istanbuls US-Amerikaner Carl Granger, der von Stefano Garris in der Verteidigung nur selten unter Kontrolle gebracht werden konnte. Der Flügelspieler warf sein Team mit zwei erfolgreichen Dreipunktewürfen zurück ins Spiel. Als Alba am Ende des ersten Viertels und zu Beginn des zweiten sechs Spielminuten ohne Treffer blieb (0:11), vergrößerte sich der Rückstand auf Istanbul: 19:26. Es dauerte bis zur Pause, bis sich Alba dank Jovo Stanojevic (14 Punkte) und DeJuan Collins (14 Punkte) wieder herangekämpft hatte.

Im dritten Viertel wendeten die Berliner mittels einer stark verbesserten Verteidigung die Partie. John Best brachte Alba mit zwölf Punkten in Folge allmählich in Führung: 50:48 (26.). Bis zum Ende des dritten Viertels hatten die Berliner diese noch auf 60:52 ausgebaut. Die mannschaftliche Geschlossenheit hielt auch im letzten Abschnitt an, als Alba seine Führung bis auf 77:60 ausbauen konnte. Marko Pesic (14 Punkte) traf drei Dreipunktewürfe in Folge. Und auch Szymon Szewczyk konnte endlich seinen Teil zum Erfolg über den Tabellenführer beitragen. Er hatte seine Schnürsenkel endlich eingefädelt.

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