Sport : Geschlossene Tore

Robert Hoyzer und seine mutmaßlichen Hintermänner bleiben in Untersuchungshaft

Friedhard Teuffel

Berlin - Es ist nicht nur ein Wochenendausflug für Robert Hoyzer in die Justizvollzugsanstalt Berlin-Moabit geworden. Der ehemalige Schiedsrichter bleibt auch weiterhin in Untersuchungshaft. Das ordnete gestern eine Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Tiergarten an, weil der dringende Tatverdacht des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs ebenso fortbestehe wie die Fluchtgefahr. Auch die drei kroatischen Brüder S. bleiben aus denselben Gründen in Untersuchungshaft. Sie sollen auf von Hoyzer manipulierte Spiele gewettet haben.

Die nächsten Wochen werden Hoyzer und die drei Kroaten daher in Moabit verbringen müssen, denn der nächste Haftprüfungstermin kann erst zwei Monate nach dem ersten stattfinden, und die Untersuchungshaft muss außerdem beim zweiten Prüfungstermin schon drei Monate dauern.

Nach Informationen des Fernsehsenders „TV Berlin“ hat der 25-Jährige inzwischen auch noch eingeräumt, vor dem Freundschaftsspiel Hansa Rostock – FV Middlesbrough bestochen worden zu sein. Hoyzer habe 1000 Euro erhalten. Hansa hatte 3:1 gewonnen. Eine Bestätigung für die Meldung von TV Berlin war gestern abend nicht zu erhalten.

Am Samstag war Hoyzer verhaftet worden, weil er bei seinen Vernehmungen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht alles gestanden habe. Es ging dabei offenbar um das Regionalligaspiel zwischen dem Chemitzer FC und Sachsen Leipzig (1:1) im November 2003, nach dem auf Hoyzers Konto 500 Euro eingegangen seien. Hoyzer bestreitet jedoch, das Spiel manipuliert zu haben. Bisher hat Hoyzer definitiv zugegeben, vier Fußballspiele manipuliert und dafür insgesamt 67 000 Euro kassiert zu haben. Sein Rechtsanwalt Thomas Hermes sieht dennoch keinen Grund für eine Untersuchungshaft. Fluchtgefahr bestehe nicht, und „entscheidend ist, dass Hoyzer in keinem Punkt die Unwahrheit gesagt hat“.

Unterdessen steigt die Zahl der Schiedsrichter weiter, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nicht mehr einsetzt. Entweder sind sie wegen Hoyzers Aussagen selbst beschuldigt oder sie sind Zeugen des Verfahrens oder sie haben ihr Wissen nicht an den DFB weitergegeben – wie Torsten Koop. Der DFB-Schiedsrichterausschuss bestätigte am Montag, dass Koop vorerst keine Spiele mehr leiten werde. Der 39-Jährige habe zu lange verschwiegen, dass Hoyzer ihn für Manipulationen hatte gewinnen wollen. Koops Anwalt Peter-Michael Diestel teilte mit, dass der Unparteiische „zu keinem Zeitpunkt in Spielmanipulationen verwickelt war und von solchen erst konkrete Kenntnis aus den Medien erhalten“ habe.

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