Sport : Geteilter Spaß, doppelte Freude

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Berlin (Tsp). Das Toreschießen macht am Fußball am meisten Spaß. So gesehen gelten die Spieler Marcio Amoroso und Martin Max als die Spaßmacher der Saison. Beide, der Dortmunder sowie der Torjäger vom TSV 1860, trafen in der abgelaufenen Spielzeit jeweils 18-mal. Was nun gar nicht lustig ist. Aber eben auch nicht neu. Zum neunten Mal in der Geschichte der Bundesliga müssen sich die treffsichersten Angreifer die Torjägerkanone teilen. Am letzten Spieltag gelang es keinem der beiden Stürmer, ein Tor zu erzielen. Dabei brachte Max das Kunststück fertig, einen Elfmeter zu verschießen. „Heute habe ich nicht so glücklich gespielt, aber ich bin stolz, zum zweiten Mal nach 2000 die Kanone zu gewinnen“, sagte Max, der kürzlich sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gab. Ernsthafte Hoffnungen aber, heute von Teamchef Rudi Völler ins WM-Aufgebot berufen zu werden, sollte er sich nicht machen.

Amoroso, der als erster Brasilianer zum besten Bundesliga-Torjäger avancierte, feierte ausgelassen. Der 27-Jährige gewann nach den Erfolgen in Brasilien, Japan und Italien seinen vierten Titel als Torschützenkönig. „Ich bin überglücklich, aber der Torjäger-Titel gehört der ganzen Mannschaft“, sagte der Brasilianer. 35 Jahre nach dem Gewinn der Torjägerkanone durch Lothar Emmerich stellt der BVB wieder den besten Torschützen der Liga.

Amoroso, der mit einer Ablöse von 25 Millionen Euro teuerste Spieler der Bundesliga-Geschichte, war für die Westfalen auf dem Weg zum sechsten Titel sein Geld wert. Der Brasilianer vereinigte alle Attribute eines typisch südamerikanischen Fußballers. So schön seine Tore anzusehen waren, so spektakulär seine Aktionen auch waren, so launisch präsentierte er sich bisweilen im schwarz-gelben Dress. „Es gibt ohnehin keine Fußball-Gesetze, die auf Marcio zutreffen“, sagte Trainer Matthias Sammer.

18 Treffer sind nicht gerade viel. Nur zweimal in 39 Jahren reichten weniger Tore zum Titel: 1989 für Thomas Allofs (1. FC Köln) und Roland Wohlfarth (Bayern München), 1996 für Fredi Bobic (VfB Stuttgart/alle 17). Der Letzte, der an der magischen 30-Tore-Marke kratzte, war Bayern Münchens Stürmer Karl-Heinz Rummenigge 1981 mit 29 Toren.

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