Sport : Gladbach gegen Freiburg nur 1:1 – Favre muss auf die Tribüne

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Mönchengladbach - Einen Moment lang musste Max Eberl überlegen, dann hatte er seine ironische Interpretation parat. „Es hat ihn an beiden Augenbrauen gejuckt“, meinte Gladbachs Sportdirektor im Rückblick auf die Szene, als Borussen-Coach Lucien Favre Zeigefinger und Daumen seiner beiden Hände zu einer Brille formte – als Hinweis in Richtung des Vierten Offiziellen, er möge demnächst doch mal beim Augenarzt vorbeischauen. Favres Frechheit bestrafte Fifa-Referee Wolfgang Stark mit der Verbannung des Schweizers auf die Tribüne. Kurz vor Spielende war dies einer der wenigen Aufreger beim 1:1 (0:0) zwischen den Niederrheinischen und Freiburg.

Ein zweiter war, als Oliver Sorg eine Viertelstunde vor Schluss im Gladbacher Strafraum ins Straucheln geriet. War er von den Borussen Juan Arango und Oscar Wendt unzulässig gestoppt worden oder doch nur in übertriebener Manier zu Boden gegangen? „Es gibt auch Schiedsrichter, die da weiterlaufen lassen“, sagte Sportchef Eberl, diesmal ganz im Ernst. Daniel Caligiuri traf vom Elfmeterpunkt zum Ausgleich. Zuvor hatte Gladbachs Thorben Marx Anfang der zweiten Hälfte Linksverteidiger Wendt freigespielt – und dessen Flanke vor das Freiburger Tor musste Angreifer Igor de Camargo nur noch über die Linie drücken.

Die Führung weckte in der weiteren Spielfolge Borussias Lebensgeister, doch Mittelfeldmann Lukas Rupp vergab gleich zwei gute Gelegenheiten zum 2:0. Dann kam Sorg zu Fall.

Christian Streich war mit dem Endergebnis keineswegs zufrieden. „Wenn man so spielt, sollte man gewinnen. Ich kann der Mannschaft aber sonst keinen Vorwurf machen“, sagte Freiburgs Trainer. Und sein Gegenüber, Lucien Favre, gab sich nach Spielschluss kleinlaut und entschuldigte sich für seine Brillengeste: „Vielleicht hab' ich da einen Fehler gemacht.“Andreas Morbach

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