Sport : Glück im Dreck

Alba führt in der deutschen Rangliste für die Europaliga

Helen Ruwald

Berlin. Marco Baldi hat selbst lange genug Basketball gespielt. Der Mann, jetzt Vizepräsident von Alba Berlin, weiß, was zu tun ist, wenn eine Mannschaft sich solche schwachen Auftritte leistet wie seine in den vergangenen Wochen. „Man muss im Dreck sitzen. Man kommt sich beschissen vor, und dann entwickelt man die Kraft, um sich da rauszuziehen“, sagt Baldi. Am besten schon am Sonnabend im Heimspiel gegen Gießen. Alba war am Mittwochabend durch das 82:97 in Pau-Orthez auch rechnerisch aus der Europaliga ausgeschieden.

Im vergangenen Jahr hatten die Berliner ebenfalls die Zwischenrunde verpasst. Dann ging es aufwärts. Alba gewann den deutschen Pokal und die Meisterschaft. Als Fünfter ging das Team in die Play-offs, wo es kein Spiel mehr verlor. So soll es wieder werden, geht es doch auch um die Qualifikation für die Europaliga. Albas Startgarantie läuft wie die aller anderen Klubs nach dieser Saison ab. Nur ein deutsches Team darf dort antreten. Die Basketball-Bundesliga (BBL) hat Kriterien aufgestellt, um den deutschen Teilnehmer zu ermitteln. Punkte gibt es für das Abschneiden in der Bundesliga-Hauptrunde, den Play-offs und im Pokal in dieser und der vorangegangenen Saison. Die laufende Spielzeit wird doppelt gewichtet. Alba hat 2001/2002 24 Punkte gesammelt und liegt weit vor Bonn (16), Köln und Frankfurt (je 14). Für den Meistertitel gibt es in diesem Jahr – bereits doppelt gezählt – 30 Punkte, für Platz zwei 16 Punkte, für den Pokalsieg zehn Punkte.

Der von der BBL vorgeschlagene Klub wird von der Europaliga allerdings nur akzeptiert, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, also etwa die Halle europaligatauglich ist. Die Halle von Bundesliga-Tabellenführer Bonn fasst nur 3500 Zuschauer statt der geforderten 5000 Zuschauer. BBL-Commissioner Otto Reintjes ist sich sicher, dass die Regeln im Endeffekt so streng nicht ausgelegt werden. „Bonn würde eine Ausnahmegenehmigung kriegen. In Europa gibt es noch ganz andere Hallen“, sagt er. „Bonn dürfte dort nicht spielen“, sagt hingegen Europaliga-Chef Jordi Bertomeu. Ein Pluspunkt also für Alba und die Max-Schmeling-Halle? Manchmal hat man eben Glück, selbst wenn man gerade im Dreck sitzt.

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