Sport : Glück im Pech

Robert Ide

gratuliert den Verlierern der Kartenverlosung für die WM 2006 Na, auch keine Karte gewonnen? Herzlichen Glückwunsch! Wer will schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft Seit an Seit mit Sponsoren und Fifa-Familienmitgliedern in einem videoüberwachten Stadion sitzen? Wer will schon heute mehr als 1000 Euro für sieben Spiele bezahlen, deren Teilnehmer noch gar nicht feststehen und im Zweifelsfall Ekuador, Togo oder Bahrain heißen könnten? Dann lieber das Geld gemütlich anlegen. Oder eine Reise machen – vielleicht zu den Olympischen Winterspielen 2006 nach Turin. Mit Après-Ski und Vollbier.

Was, Sie haben gewonnen? Herzliches Beileid! Nun werden Sie von neidischen Freunden und Kollegen ein Jahr lang geschnitten. Nun muss der Gebrauchtwagen verkauft werden – und zwar schnell, denn am 2. Mai wird das Bankkonto leer geräumt. Einen 16:9-Plasmafernseher können sich Ticketgewinner nicht mehr leisten. Dabei berechtigt nur ein solches Gerät dazu, alle Spiele der Weltmeisterschaft detailgetreu zu verfolgen. Ohne Bildschirmbalken und mit Vollbier.

Eigentlich kann nur einer glücklich sein nach der Kartenverlosung für die WM 2006: das Organisationskomitee. Es hat viel Geld verdient, das es anlegen oder ausgeben kann. Und die Funktionäre, die sich die Verlosung ausgedacht haben, kommen trotzdem ins Stadion. Dafür müssen sie Leichtbier trinken.

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