Sport : Glücklich in Sibirien

Ricco Groß gewinnt Silber bei der Biathlon-WM

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Chanty Mansijsk (Tsp). Kann eine BiathlonWeltmeisterschaft besser beginnen? Nein, würden die deutschen Herren antworten, ja, die deutschen Damen. Im tiefsten Sibirien, in Chanty Mansijsk, gewann Ricco Groß Silber im Sprint über zehn Kilometer. Der dreifache Staffel-Olympiasieger verfehlte nur eine Scheibe und hatte im Ziel 50,7 Sekunden Rückstand auf den Norweger Ole Einar Björndalen (26:52,1 Minuten). Dritter wurde der Tscheche Zdenek Vitek.

„Die Hälfte meines persönlichen WM-Ziels habe ich erfüllt“, sagte Groß. „Jetzt hoffe ich auf Gold mit der Staffel.“ Für seine elfte WM-Medaille kassierte der 32-Jährige 15 000 Euro. „Wenn man hierher fährt und sein bestes Saisonergebnis abliefert, dann hat man wirklich alles richtig gemacht“, sagte Groß. „Dieser zweite Platz wird unserer Mannschaft den nötigen Auftrieb geben. Wir haben heute gesehen, was für uns hier alles möglich ist.“ Besonders freute sich Herren-Bundestrainer Frank Ullrich über den Erfolg zum Auftakt. Nach zuletzt schwachen Weltcup-Leistungen war er heftig kritisiert worden. „Jetzt haben wir bewiesen, dass wir gar nicht so schlecht sind“, sagte Ullrich.

Während Groß den Erfolg feierte, enttäuschten die deutschen Damen beim Sprint über 7,5 Kilometer. Als Beste wurde Martina Glagow Zehnte. Titelverteidigerin Kati Wilhelm kam sogar nur auf den 37. Platz. Schuld daran war ihre schlechte Leistung am Schießstand. Nach ihren ersten vier Schüssen blieben alle Zielscheiben schwarz. Kein Treffer. „Heute war so richtig der Wurm drin. Dass ich einfach gar nichts treffe, habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte Wilhelm. „Ich habe keine Ahnung, warum mir das passiert ist.“ Ratlos hatte Wilhelm an ihrer Zieloptik gedreht. Jedoch ohne Erfolg. Am Ende kam sie mit sechs Fehlschüssen frustiert ins Ziel. „Unglaublich“, murrte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Seine Stimmung verbesserte sich auch nicht angesichts der Platzierungen der anderen deutschen Damen. Uschi Disl leistete sich fünf Fehlschüsse, Katrin Apel traf immerhin vier Mal daneben. „So etwas darf einfach nicht passieren“, sagte der Bundestrainer. „Sie waren beim Schießen zu ängstlich. Die nötige Frechheit hat gefehlt.“ Diese soll bei den deutschen Damen am Sonntag (10.45 Uhr, ARD live) beim Jagdrennen über 10 Kilometer zurückkehren. „Wir holen noch unsere Medaillen bei der Weltmeisterschaft. Da bin ich mir ganz sicher“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang.

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