Sport : Go East

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Benedikt Voigt über kyrillische

Rätsel an der Hundekehle

Wir müssen an dieser Stelle zugeben, dass uns der „EuropaExpress“ vor Probleme stellt. Zum Beispiel die Geschichte über Gerhard Schröder. Was die Wochenzeitung vom Bundeskanzler hält, ob sie in ihrer jüngsten Ausgabe sein Reformprogramm oder seine Haarfarbe diskutiert, können wir leider nicht sagen. In erster Linie liegt das an den kyrillischen Buchstaben, in denen die Geschichte verfasst ist. Ja selbst der Sportteil mit einem Bericht über die German Open gibt Rätsel auf. „Tennis“ könnte das erste Wort bedeuten, aber nein – wir können einfach kein Russisch. So manchem Zuschauer bei den German Open dürfte es ähnlich gehen. Nur wer Russisch spricht, vermag mit den russischen Zeitungen und Zeitschriften etwas anzufangen, die überall auf der Tennisanlage an der Hundekehle ausliegen.

„Wir machen Zeitungen für Russen in Deutschland und Europa“, sagt der PR-Manager Anatoli Falkowitsch von der Firma Werner Media. Werbung für seine Produkte verspricht er sich durch die Freiexemplare auf der Tennisanlage. Er glaubt, dass der „Europa-Express“ im Grunewald durchaus gelesen wird. „Wenn man über die Anlage geht, hört man immer wieder jemanden Russisch sprechen.“ Die Firma tritt bei den German Open als Hauptsponsor auf, und das ist eigentlich nur konsequent. Mehr und mehr Spielerinnen stammen aus Osteuropa, nun kommt auch das Geld von dort.

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