Sport : Götz genervt vom Fall Marcelinho Ärger bei Hertha vor dem Trainingslager

Stefan Hermanns

Berlin - Wenn ein Fußball-Bundesligist ins Trainingslager reist, dient das vor allem dazu, die Mannschaft möglichst störungsfrei auf die neue Saison vorzubereiten. So sollte es eigentlich auch bei Hertha BSC sein. Am Donnerstag begibt sich die Mannschaft für zehn Tage nach Montafon in Österreich, doch schon jetzt deutet sich an, dass ein unangenehmes Thema sie auch dorthin begleiten wird: die Anschuldigungen gegen ihren Spielmacher Marcelinho. Der Brasilianer soll während seines Heimaturlaubs in Campina Grande einen Studenten in einer Diskothek angegriffen und ihm drei Zähne ausgeschlagen haben. Laut Berichten brasilianischer Zeitungen hat die Staatsanwaltschaft nun ein Ermittlungsverfahren gegen den Fußball-Profi eingeleitet.

Marcelinho bestreitet die Vorwürfe. Nach seiner Rückkehr aus Brasilien sagte er: „Da will mir jemand was anhängen.“ Offiziell beruft sich auch Hertha BSC auf die Unschuldsvermutung zugunsten des Profis. „Wir reagieren nicht auf irgendwelche Geschichten“, sagt Manager Dieter Hoeneß. „Handlungsbedarf besteht erst, wenn etwas Offizielles vorliegt.“ So gelassen sieht Trainer Falko Götz die Angelegenheit inzwischen allerdings nicht mehr: „Ich hoffe, dass das Ding möglichst schnell vom Tisch kommt. Mir geht es inzwischen ziemlich auf den Keks.“

Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass der Brasilianer auch mit seinem Verhalten außerhalb des Platzes großes Aufsehen erregt. In der vergangenen Woche ist er zum dritten Mal hintereinander verspätet zum Trainingsauftakt erschienen – angeblich weil er in seiner Heimat noch einen Notartermin hatte. Marcelinho hat sich mit Immobilienprojekten finanziell übernommen und von Hertha einen Finanzberater zur Seite gestellt bekommen. Trotzdem hat er dem Verein verschwiegen, dass er mit einem Bekannten eine Diskothek in Berlin angemietet hat.

Das alles aber ist noch harmlos im Vergleich zu den Konsequenzen, die der jüngste Vorfall für Marcelinho haben könnte. Immerhin müsste er im Falle eines Gerichtsverfahrens während der Saison in seine Heimat fliegen. Das „Jornal da Paraiba“ berichtete, dass dem Fußballprofi bei einer Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung zwei bis acht Jahre Gefängnis drohen. Bei Körperverletzung in einem leichteren Fall liegt das Strafmaß zwischen drei und zwölf Monaten zur Bewährung.

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