Sport : Gold und Bronze statt Verletzungen

Deutsche überraschen bei Snowboard-WM.

Gold abgestaubt. Isabella Laböck bejubelt ihren WM-Sieg in Stoneham. Foto: dpa
Gold abgestaubt. Isabella Laböck bejubelt ihren WM-Sieg in Stoneham. Foto: dpaFoto: dpa

Stoneham - Im Moment ihres größten Triumphes dachte die neue Snowboard-Weltmeisterin Isabella Laböck auch an ihren bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückten Bruder. „Den Sieg widme ich meinem vor zehn Jahren verstorben Bruder“, sagte die 26-Jährige nach dem Titel im Parallel-Riesenslalom, „ich habe es mir damals geschworen, den Titel für ihn zu holen.“ Der Bruder hatte ihr das Snowboardfahren beigebracht.

Rang drei durch Amelie Kober machte den deutschen Erfolg bei der Weltmeisterschaft im kanadischen Stoneham perfekt. „Es ist natürlich Wahnsinn, zwei auf dem Podium zu haben bei einer WM“, sagte Kober. Erstmals seit Patrick Bussler 2009 gab es für die deutschen Snowboarder wieder eine Medaille bei einem Großereignis, der bislang letzte Titel lag bis zu Laböcks Coup schon 14 Jahre zurück. „Das tut dem ganzen Team gut“, betonte Stefan Knirsch, Sportdirektor des Snowboard Verband Deutschland. „Das ist eine gigantische Leistung.“ Zuletzt war der Verband vor allem von schweren Verletzungen seiner Snowboardcrosser in den Planungen zurückgeworfen worden. „Der Tag heute entschädigt für viel“, sagte Knirsch. Laböck ist die zweite deutsche Snowboard-Weltmeisterin nach Heidi Renoth, die vor 16 Jahren im Slalom gewonnen hatte.

Nach dem größten WM-Erfolg in einer olympischen Disziplin erhoffen sich Weltmeisterin Laböck und Kober mehr Aufmerksamkeit für ihre Sportart. „Ich denke, dass es für den deutschen Snowboardsport extrem wichtig ist, dass man einfach sieht, hey, die Snowboarder sind auch da“, sagte Laböck. „Ein Doppelpodium ist natürlich gigantisch und ich denke, dass wir Snowboarder einfach gezeigt haben, was wir drauf haben.“

Laböck sicherte sich den Titel im zweiten Finaldurchgang mit 0,68 Sekunden Vorsprung vor der Österreicherin Julia Dujmovits, Kober behielt um 0,26 Sekunden die Oberhand gegen die Norwegerin Hilde-Katrine Engeli. „So etwas gab es noch nie“, sagte Knirsch und hofft auf Rückenwind für die Olympischen Winterspielen in Sotschi. Dort will der Snowboard Verband Deutschland gerne dreimal Medaillen holen.dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben