Sport : Golf-EM: Hungriger Tiger auf Essenssuche

Bernhard Langer bleibt den deutschen Fans bei der Golf-EM im badischen St. Leon-Rot bis zur Schlussrunde am Sonntag erhalten. Nachdem der 43-Jährige am Freitagabend mit einem Zwischenergebnis von 143 Schlägen (72+71) ins Klubhaus gekommen war, beendete die Hälfte des Starterfeldes nach starken Regenfällen erst am Samstag die zweite Runde. "Ich bin froh, den Cut geschafft zu haben. Es war ein echter Kampf. Jetzt kann ich locker spielen", sagte der Anhausener.

Als 61. der Gesamtwertung schaffte Langer knapp den Cut, die Qualifikation für die beiden Schlussrunden. Ebenfalls mit dabei sind der Münchner Alexander Cejka (39. Platz, 141 Schläge) und Tobias Dier (51., 142) aus Nürnberg. Nachdem sein für Donnerstag vorgesehener Auftakt wegen des Regens verschoben worden war, musste Langer am Freitag eine Doppelschicht einlegen. Binnen zehn Stunden absolvierte er wie auch die gesamte Hälfte des 156-köpfigen Feldes 36 Löcher. Nach einer 45-minütigen Pause musste der US-Masters-Sieger von 1985 und 1993 bereits auf seine zweite Runde. Eine Situation, die Langer von seinen neun Teilnahmen am Ryder Cup eigentlich bestens kennt. "Trotzdem ist die Belastung nicht alltäglich", sagte er.

Die Erinnerung an das US Masters vor rund fünf Wochen mit seinem hervorragenden sechsten Platz dient Langer derzeit als moralische Stütze, nachdem er in der vergangenen Woche beim Turnier in Sutton mit einer abschließenden 77er-Runde stark enttäuschte.

Die Führung behauptete der Neuseeländer Michael Campbell, der seiner Traumrunde mit 62 Schlägen eine 65-er folgen ließ und sechs Schläge Vorsprung auf den zweitplatzierten Argentinier Eduardo Romero aufweist. Campbell gewann im vergangenen Jahr das German Masters. In Lauerstellung befindet sich Superstar Tiger Woods (USA). Der mit einer Antrittsprämie von geschätzten zwei Millionen Dollar nach Europa gelockte Weltranglistenerste (69+68) rangierte bei Halbzeit mit zehn Schlägen Rückstand auf Campbell auf dem geteilten sechsten Rang. Die Warterei gesten bis zum auf 13 Uhr verschobenen Start der dritten Runde schlug Woods auf den Magen. Nachdem er in der Players Lounge nichts zu Essen fand, tauchte der hungrige Tiger von seinen Bodyguards begleitet im Pressezelt auf. Doch die Medienvertreter hatten das Buffet bereits leergeräumt.

Für acht weitere deutsche Golfprofis endete das Turnier bereits nach zwei Runden. Enttäuschend war dabei das deutliche Scheitern der etablierten Tourspieler Sven Strüver (75+71) aus Hamburg und Thomas Gögele (71+74) aus Semlin.

0 Kommentare

Neuester Kommentar