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Grand Prix von Spanien : Feuer nach Überraschungssieg von Maldonado

Überraschender Ausgang beim Großen Preis von Spanien: Pastor Maldonado aus Venezuela gewinnt sein erstes Formel-1-Rennen. Kurz nach dem Sieg erlebte das Williams-Team aber noch eine Schrecksekunde.

Karin Sturm
Nach dem Rennen in Barcelona brach in der Williams-Box ein Feuer aus.
Nach dem Rennen in Barcelona brach in der Williams-Box ein Feuer aus.Foto: dapd

Der große Schreck kam nach der großen Freude: In der Williams-Box wurde gerade der Sensationssieg von Pastor Maldonado beim Grand Prix von Spanien gefeiert, als im hinteren Bereich der Box ein Feuer ausbrach. "Das war erst ziemlich klein, hat sich aber unglaublich schnell ausgebreitet", berichtete Augenzeuge Alexander Wurz, "und dann brach natürlich erstmal Panik aus – es waren ja noch irrsinnig viel Leute da, mindestens 150, 200, die da rumstanden."  Frank Williams wurde von seinen Ingenieuren mit seinem Rollstuhl in Sicherheit geschoben, Sieger Maldonado trug seinen kleinen Bruder auf dem Rücken die Boxengasse entlang – aber insgesamt ging alles offenbar noch relativ glimpflich ab.

Drei Williams-, vier Caterham- und ein Force-India-Mechaniker, die beim Löschen geholfen hatten, wurden mit leichten Verbrennungen und Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus oder ins Medical Center gebracht. Möglicherweise war beim Abpumpen des Sprits aus dem Auto von Bruno Senna eine kleine Menge Benzin ausgetreten sein, die sich dann durch einen Funken entzündete.

Der Sachschaden dürfte allerdings beträchtlich sein, "und allein die ganzen Computer, die da in der Box stehen, dürften allein durch den Rauch alle defekt sein", meinte Wurz, der ja als Fahrercoach für Williams arbeitet und über das Wechselbad der Gefühle nur den Kopf schüttelte. "Unglaublich, so etwas – am Samstag hatten wir die große Party, die "Nachfeier" des 70. Geburtstags von Frank Williams, dann der Sieg und jetzt das. Aber das Wichtigste ist jetzt erst mal, dass wohl niemandem etwas wirklich Schlimmes passiert ist." 

Das ist mal eine Überraschung. Pastor Maldonado gewinnt sein erstes Formel-1-Rennen.
Das ist mal eine Überraschung. Pastor Maldonado gewinnt sein erstes Formel-1-Rennen.Foto: AFP

Maldonado, schon völlig überraschend auf Poleposition, hatte sich gegen Lokalmatador Fernando Alonso durchgesetzt. Der übernahm zwar gleich am Start zur Begeisterung der gut 80 000 Fans auf den Tribünen die Spitze,  doch beim zweiten Boxenstopp kam der Venezolaner vorbei, fuhr das Rennen dann von der Spitze weg souverän zu Ende, obwohl beim letzten Stopp das linke Hinterrad ein bisschen klemmte und Alonso sich wieder ganz dicht heran arbeitete.  

Sebastian Vettel war in der Anfangsphase einer der ersten, der auf harte Reifen wechselte, aber alle Strategiespiele nutzten ihm wenig, weil er anfangs regelwidrig unter gelber Flagge das DRS-System geöffnet hatte und dafür bestraft wurde. Dennoch schaffte es der Weltmeister immerhin noch auf Rang sechs, obwohl er sich beim dritten Stopp auch noch eine neue Nase für sein Arbeitsgerät abholen musste. "Ohne dien Strafe wäre wohl Platz fünf drin gewesen, mehr aber nicht, die anderen ganz vorne waren heute einfach zu schnell."

Nico Rosberg schaffte für Mercedes nur Platz sieben und konnte sich gerade noch vor Lewis Hamilton ins Ziel retten, der am Samstag wegen zu wenig Sprit im Tank von der eigentlichen Poleposition ganz ans Ende des Feldes verbannt worden war. "Wir hatten hier von Anfang an Probleme mit dem Reifenabbau, das habe ich dann halt zu spüren bekommen." 

Michael Schumacher, am Start an Vettel vorbeigegangen, nahm sich in der 13. Runde selbst aus dem Rennen, als er mit neuen Reifen dem noch auf alten Gummis fahrenden Bruno Senna voll ins Heck donnerte. "Ich dachte, er würde innen attackieren. Er hat sich da vielleicht ein bisschen verschätzt, er kam auf der Geraden mit ziemlich viel Speed, ich musste irgendwann bremsen", sagte der Brasilianer, der das Rennen nicht fortsetzen konnte. 

Schumacher war natürlich anderer Meinung, gab Senna die Schuld, der angeblich verbotener Weise  zweimal vor ihm die Linie gewechselt habe. "Je nach Kamera-Position wird das halt nicht richtig deutlich, er zieht nach rechts, ich nach links, er dann kurz vor dem Anbremsen wieder nach links, mir vors Auto."  Die Sportkommissare sahen das freilich nicht so: In  Monaco wird Schumacher in der Startaufstellung wegen Verursachens einer Kollision um fünf Plätze zurück versetzt. 

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