• Griechenlands Taktik gegen Deutschland: Kampf, Herzblut, Leidenschaft - und Effizienz

Griechenlands Taktik gegen Deutschland : Kampf, Herzblut, Leidenschaft - und Effizienz

Sie können es sparsam: Für ihre drei Turniertore brauchten die Griechen nur fünf Chancen. Effizienz ist eine ihrer größten Stärken - auf dem Platz. Auf eine andere Stärke müssen sie jedoch wegen einer Gelbsperre im Viertelfinale verzichten.

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"Ich habe das Gefühl, dass die Deutschen unsere Würde verletzen wollen", sagt Giorgios Karagounis, Griechenlands Antwort auf Robert de Niro.
"Ich habe das Gefühl, dass die Deutschen unsere Würde verletzen wollen", sagt Giorgios Karagounis, Griechenlands Antwort auf...Foto: dapd

Kampf. Herzblut. Leidenschaft. Nur einige der Begriffe, mit denen versucht wird, das Spiel der Griechen zu beschreiben. Auch der Trainer gibt sich martialisch. „Wir sind nicht die Besten der Welt, aber wer gegen uns spielt, muss Blut spucken, um uns zu bezwingen“, sagt Fernando Santos. Seine Mannschaft exerziert im Extrem vor, was bei dieser EM auch von England, Frankreich und anderen gezeigt wird: Sie verteidigt mit zwei tief stehenden Abwehrketten und hofft auf Konter.

Normalerweise gilt es als taktischer Schlüssel, mit dem Ball in den Raum zwischen den Ketten zu gelangen, um Torchancen herauszuspielen. Gegen das statische Defensivspiel der Griechen gibt es diesen Raum aber nicht, vor allem nicht in der Mitte. Um Überzahl auf den Flügeln zu schaffen, müssten die deutschen Außenverteidiger weiter als in den Gruppenspielen aufrücken, Deutschland also das Risiko erhöhen, um ein Tor zu schießen – gerade gegen die schwächere linke Seite der Griechen. Auch Innenverteidiger Mats Hummels könnte sich ins Angriffsspiel einschalten.

Gleichzeitig gilt es aber auch, hinten extrem aufzupassen. Der für seine Körpergröße sehr kopfballstarke Theofanis Gekas benötigt im griechischen Sturmzentrum keine richtige Torchance, um zu treffen, oft fragt man sich nach seinen Toren, was jetzt eigentlich passiert ist. Sein Team benötigte in der Vorrunde ganze fünf Chancen, um seine drei Tore zu erzielen, zu den vergebenen Möglichkeiten zählt auch der im Eröffnungsspiel von Giorgos Karagounis verschossene Elfmeter. Mannschaftskapitän Karagounis ist gleichzeitig Antreiber und der einzige Spieler, mit dem man gut kombinieren kann, er ist wegen seiner zweiten Gelben Karte nach einer vermeintlichen Schwalbe aber gesperrt. Eine herbe Schwächung, auch für den leidenschaftlichen Kampf.

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