Großes Reitturnier in Berlin 2017 : Bitte kein Mächtigkeitsspringen!

Immer höher, immer gefährlicher: Eine Schülerin aus Berlin freut sich auf das große Reitturnier in Berlin, warnt aber vor Schaulust und Sensationen wie beim Mächtigkeitsspringen.

Lea Portmann
Springen an sich macht vielen Pferden Spaß. Das Hindernis sollte aber keine zu hohe Mauer sein.
Springen an sich macht vielen Pferden Spaß. Das Hindernis sollte aber keine zu hohe Mauer sein.Foto: dpa

Ende Juli nächsten Jahres soll in Berlin, nach vielen Jahren, wieder ein großes Reitturnier stattfinden. Für viele ist das eine große Freude, auch für mich, da ich selbst schon seit klein auf begeistert reite und in einer Reiterfamilie aufgewachsen bin. Doch ich hoffe inständig, dass die Disziplin „Mächtigkeitsspringen“ in diesem Turnier nicht eingeplant ist.

Beim Mächtigkeitsspringen werden Pferde dazu gebracht, über Hindernisse zu springen, die teilweise größer sind als sie selbst. Die Hindernisse sehen aus wie eine Wand, und man sieht nicht, was dahinter ist. Ich bin aus zwei Gründen gegen diese Art von Reitsport. Erstens ist sie gegen die Natur von Pferden, und zweitens hat sie fatale Folgen für die Pferde.

In freier Wildbahn würde ein Pferd eher einen Umweg nehmen, als über ein Hindernis zu springen, das größer ist als es selbst. Das hat einen einfachen Grund: Das Pferd weiß nicht, was sich hinter dem Hindernis befindet. Im Reitsport springen die Pferde über solche extremen Hindernisse nur, weil sie Angst vor Bestrafung haben. Man bringt die Tiere also zu etwas, das gegen ihre Natur ist. Das ist unfair – die Pferde können sich ja nicht wehren – und respektlos den Tieren gegenüber. Welches Pferd würde seinen Reiter quälen?

Es geht dabei nicht mehr um sportliche Leistung

Springen macht Pferden Spaß, solange sie keine Angst damit verbinden. Sie lernen, ihrem Reiter zu vertrauen, und wagen sich über anspruchsvolle Hindernisse. Doch das hat Grenzen, die meiner Meinung nach nicht überschritten werden sollten. Das Pferd und dessen Vertrauen beim Mächtigkeitsspringen auszunutzen, finde ich falsch. Es geht dabei auch nicht mehr um sportliche Leistung, sondern um Schaulust und Sensationen.

In jedem Sport und bei allem, was wir machen, kann etwas passieren: ein Unfall oder eine Verletzung. Doch beim Mächtigkeitsspringen kommt es viel zu oft dazu, dass ein Pferd auf oder über ein Hindernis fällt. Entweder stirbt es dann, oder es muss später auf Grund der starken Schmerzen eingeschläfert werden.

Ich finde, man muss unterscheiden zwischen Unfällen, die beim Sport dazugehören, und den schlimmen, vorhersehbaren Folgen, denen man Pferde beim Mächtigkeitsspringen aussetzt. Bei dieser Art von Springen werden die Gelenke und Sehnen der Pferde durch übertriebene Dehnung überstrapaziert und können sogar reißen. Die Behandlung solcher Folgen ist aufwändig und teuer. Da die Pferde nicht mehr richtig laufen können, bringen sie ihren Besitzern kein Geld mehr ein und werden dann oftmals eingeschläfert.

Leider geht es bei hochkarätigen Springturnieren oft hauptsächlich ums Geld. Das führt dazu, dass das Wohl der Pferde in den Hintergrund gedrängt wird. Das finde ich erschreckend und wünsche mir, dass beim Turnier, das im nächsten Jahr in Berlin stattfinden soll, ausreichend darauf geachtet wird, dass die Pferde gut behandelt und respektvoll geritten werden.

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