Sport : Gunda Niemann: Alles dreht sich um Kinder

An Weihnachten drehen sich die Gedanken von Gunda Niemann-Stirnemann um Kinder - die erfolgreichste Eisschnellläuferin aller Zeiten träumt von der Zukunft. "Ich möchte Kinder, aber zuvor habe ich mit Salt Lake City mein letztes sportliches Ziel im Visier", sagt die dreimalige Olympiasiegerin, die auf das vierte Gold bei den Spielen 2002 hofft.

Die Zeit danach beherrscht immer mehr die Gedankenwelt der in zweiter Ehe mit dem Schweizer Oliver Stirnemann verheirateten 34-jährigen Erfurterin: "Dann beginnt mein zweites Leben, dann will ich eine Familie gründen." Kinder liegen der aus einer großen Familie stammenden Sportlerin ohnehin am Herzen. Im Vorjahr gründete sie die Initiative "Kinder helfen Kindern". Bei Veranstaltungen auf dem Eis wird über Sponsoren Geld für Kinder in Not gesammelt.

Nach ihrer aktiven Karriere will sich Gold-Gunda auch im Eisschnelllauf für den Nachwuchs engagieren: "Wir haben momentan in diesem Bereich Probleme, um die Lücke nach uns Weltklasseläuferinnen zu schließen." Um diese zu beseitigen, möchte der aus den Kinder- und Jugendsportschulen der DDR hervorgegangene Kufen-Star als Leitfigur beitragen.

Die Weihnachtstage verbringt Gunda Niemann-Stirnemann im Kreise von Verwandten: "Ich liebe Weihnachten. Die ganze Familie feiert gemeinsam beim Fondue. Das Zusammensein gibt mir Kraft für die weitere Saison", erläutert sie. Neben den Feiern kann die 34-Jährige wenige Tage vor den Deutschen Meisterschaften in Inzell (29./30. Dezember) natürlich nicht ganz aufs Eisschnelllaufen verzichten: "Das Training darf nicht vernachlässigt werden. Dann wäre der Erfolg schnell weg", sagt die Thüringerin, deren einzigartige Karriere 1983 mit dem Umstieg aus der Leichathletik begonnen hatte. Zum diesjährigen Saisonauftakt feierte sie ihren insgesamt 99. Weltcupsieg und ihren 17. Weltrekord.

"Ich wollte immer Sportgeschichte schreiben, das war ein besonderer Antrieb für mich", meint die Blondine. Ihr Trainer Karl Ebert, der den langjährigen Coach Stephan Gneupel ablöste, pflichtet der Ausnahmeathletin bei: "Es wird so bald keine Athletin geben, die ihre Rekorde erreichen kann."

Während der besinnlichen Tage denkt Gunda Niemann-Stirnemann häufig an die Wendezeit zurück: "Ich habe mit ihr absolut gewonnen, konnte mich vom Mauerblümchen und echten Ostkind zum Siegertypen mausern". Zwar sei es in der heutigen Ellbogengesellschaft keineswegs einfach, sich zu behaupten, aber eben diese Gesellschaft biete auch die Freiräume, sich als Persönlichkeit zu entwickeln: "Und die habe ich genutzt." Die Ost-West-Trennung gebe es sportlich nicht mehr: "Der berührendste Moment in meinem Leben war, als ich 1992 bei Olympia die gesamtdeutsche Hymne hörte."

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