Sport : Gut gelaunt, aber fast chancenlos

Das deutsche Daviscup-Team tritt heute als Außenseiter gegen Spanien an

Anke Myrrhe[Bremen]

Patrik Kühnen versucht, die Emotionen zu zügeln. Dass es in der Mannschaft Verstimmungen gebe, sei „Blödsinn“, sagt der deutsche Daviscup-Teamchef. Die Gerüchte um Philipp Kohlschreibers mangelnde Teamfähigkeit seien konstruiert. Alle im Team der Tennis-Nationalmannschaft bemühen sich, den Zusammenhalt zu betonen. Denn die Aufgabe ist schwer genug: Ab heute spielen die Deutschen im Daviscup-Viertelfinale in Bremen gegen Spanien.

Kohlschreiber und Nicolas Kiefer präsentieren sich in Bremen demonstrativ gut gelaunt. Ihnen bleibt auch nichts anderes übrig. Die Spanier stellen mit Rafael Nadal, David Ferrer (Weltranglistenpositionen zwei und fünf) und den Doppelspezialisten Feliciano Lopez und Fernando Verdasco das beste Team der Welt. Das deutsche Team scheint deutlich unterlegen. Kohlschreiber ist mit Position 25 der einzige, der zumindest an der Weltspitze schnuppert. Der Weltranglistensiebenundvierzigste Nicolas Kiefer kommt zwar nach langen Verletzungsunterbrechungen langsam wieder in Form, aber in der vergangenen Woche kassierte er gegen Rafael Nadal im ersten Vergleich der beiden eine klare Niederlage. Heute bekommt er die Chance zur Revanche: Kiefer und Nadal treffen gleich im ersten Einzel des Tages aufeinander (14 Uhr, live im DSF). Spaniens Nummer eins wird wohl die schwerste Hürde für das deutsche Team, denn auch Kohlschreiber konnte bislang in vier Versuchen kein einziges Mal gegen den 21 Jahre alten Mallorquiner gewinnen. Zumindest gegen Ferrer konnte der Augsburger schon einen Sieg verbuchen, allerdings liegt der schon über zwei Jahre zurück.

Aber Lamentieren hilft nicht, denn Patrick Kühnen hat nach der erneuten Absage von Thomas Haas zur Zeit ohnehin keine Alternative. „Wenn Tommy nicht fit ist, kann er uns auch nicht helfen“, sagt Kohlschreiber, der sich damit, wie in der ersten Runde gegen Südkorea, in der Rolle des Führungsspielers wiederfindet. Den verlangten Sonderstatus muss er nun mit einer guten Leistung rechtfertigen. „Philipp hat in Braunschweig bewiesen, dass er Verantwortung übernehmen kann“, sagt Kühnen. Spanien ist allerdings ein ganz anderes Kaliber als Südkorea. Der 30 Jahre alte Kiefer soll Kohlschreiber vor allem mit seiner Erfahrung unterstützen.

Im Doppel wird Kohlschreiber mit Philipp Petzschner antreten, weil die im vergangenen Jahr so erfolgreichen Doppelspezialisten Alexander Waske und Michael Kohlmann noch immer verletzt sind. „Wir sind gut eingespielt und werden alles geben, um die Spanier zu besiegen“, sagt Kohlschreiber. Ein Vorteil ist vielleicht, dass die Deutschen als Außenseiter frei aufspielen können. Kiefer jedenfalls übt sich in Optimismus: „Wir wollen die Spanier nicht nur ärgern, sondern bezwingen“, sagt er. Wie das gelingen soll, weiß allerdings niemand.

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