Sport : Gut in Schuss

Björndalen gewinnt erneut den Biathlon auf Schalke

Andreas Morbach

Gelsenkirchen - Es war richtig Winter im Ruhrgebiet, als gestern Abend auf dem Berger Feld in Gelsenkirchen die vierte Auflage des Biathlon-Theaters World Team Challenge inszeniert wurde. Das Areal rund um die Schalker Arena zierte nicht nur die weiße Schleife aus 120 Lkw-Ladungen Kunstschnee, im Revier gab es sogar eine dünne Schicht aus echtem Schnee zu bewundern. Dazu blies ein frostiger Wind. Beste Voraussetzungen also, einen Tag vor dem Jahreswechsel an ungewöhnlicher Stelle ein bisschen Wintersport-Feeling zu bekommen.

Herbert Fritzenwenger, der bayerische Organisator der eigenwilligen Veranstaltung, hatte indes Mühe, das Publikum im Stadion in Stimmung zu bringen. „Das kenne ich besser aus Schalke“, feuerte der Mann aus Ruhpolding die 50 000 Besucher vor dem Finale via Mikrofon an. Leider mit überschaubarem Erfolg: Das Volk blieb im Vergleich zu den Vorjahren reserviert.

Nicht besser wurde das Ganze durch den eintönigen Verlauf des Rennens: Ole Einar Björndalen, der die Mixed-Staffel schon 2003 und 2004 mit unterschiedlichen Partnerinnen gewonnen hatte, gelang der Hattrick auf Schalke. Dieses Mal siegte der norwegische Biathlon-Star mit Landsfrau Linda Tjörhom an seiner Seite. Mit 26,8 Sekunden Rückstand lief das russische Duo Olga Zaitsewa/Sergej Roschkow auf Rang zwei, Kati Wilhelm und Michael Gros wurden in dem Zwölferfeld als Bestes von fünf deutschen Paaren Vierte.

Auf den Charme des Neuen können die Organisatoren in Gelsenkirchen mittlerweile offensichtlich nicht mehr so ohne Weiteres setzen. Dafür aber darauf, dass der anfängliche Widerstand des Biathlon-Weltverbandes gegen das Event im Ruhrgebiet fürs Erste überwunden scheint. „Das Allerwichtigste wird sein“, vermeldete Rudi Assauer gestern jedenfalls genüsslich, „dass wir diese Veranstaltung auch in den nächsten vier Jahren hier sehen werden.“ Noch ist es allerdings nicht ganz so weit, laut dem Schalke-Manager ist das Ganze aber lediglich eine Formsache: „Wir sind uns einig, stehen kurz vor Vertragsabschluss.“

Ole Einar Björndalen wird das gerne hören. Denn im Gegensatz zu seinen bekanntesten Kollegen aus Deutschland hat die Biathlon-Ikone aus Skandinavien längst Spaß an dem Termin auf Schalke gefunden: Sven Fischer ließ sich in Gelsenkirchen noch nie blicken, Ricco Groß zog es angesichts der anstehenden Olympischen Spiele in Turin zumindest in diesem Jahr vor, ein paar zusätzliche Trainingseinheiten einzulegen. „In jedem Jahr ist hier fast bessere Stimmung“, erkannte indes Dauer-Sieger Björndalen nicht ganz wahrheitsgemäß und säuselte: „Ich hoffe, diese Veranstaltung wird es noch viele Jahre geben, denn wenn du hier gut schießt, kannst du auch bei Olympischen Spielen gut schießen.“

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