Sport : Haas im Achtelfinale gegen Federer

Petra Philippsen

Wimbledon - Der erste Gratulant ist ein alter Bekannter. Nick Bollettieri fällt Thomas Haas freudig um den Hals, drückt ihn an sich, wie ein Vater seinen lang vermissten Sohn. Haas lächelt und bedankt sich ein wenig verschämt bei seinem Mentor und Vertrauten, in dessen Tennis-Akademie er in jungen Jahren zum Profi geformt wurde. Bollettieri hatte seinen früheren Schützling in den knapp drei Stunden, die Haas mit Dimitri Turnusow in der dritten Runde in Wimbledon um den Sieg rang, frenetisch unterstützt. Immer wieder rief er ihm ein „Come on, Hasi“ zu, der reagierte auf ihn und suchte mit Bollettieri öfter Blickkontakt als mit seinem Trainer in der Box. „Es ist sehr wichtig für mich, wenn Nick da ist. Er ist wie ein zweiter Vater für mich“, sagte Haas, der die besondere Unterstützung beim hart erkämpften 1:6, 6:4, 7:6, 6:4-Erfolg auch benötigte. Belohnt wurde Haas mit seinem ersten Achtelfinale in Wimbledon.

Es war wohl der Gedanke daran, dass in der nächsten Runde mit Roger Federer der unangefochtene Beherrscher dieses Rasenturniers auf ihn warten könnte, der Haas in seiner Partie gegen den Russen zusätzlich antrieb. Federer setzte sich später gegen Marat Safin durch. Haas plagte sich neben den Problemen mit der Schulter mit einer Bauchmuskelzerrung herum, die ihn beim Aufschlag merklich behinderte. Im Grunde war Turnusow der stärkere Spieler, doch Haas kämpfte verbissen, machte im dritten und vierten Satz einen Rückstand wett, hechtete sogar nach den Bällen. „Tommy war der mental stärkere Spieler", befand Bollettieri. Und Haas fügte hinzu: „Die zweite Woche in Wimbledon war noch ein Ziel auf meiner Liste. Und gegen Roger bin ich auch nicht chancenlos.“ Petra Philippsen

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