Halbfinal-Play-offs : Alba Berlin erkämpft sich das fünfte Spiel

Alba Berlins Basketballer liegen im vierten Halbfinalspiel in Bonn lange zurück, entgehen aber dem Aus durch einen 62:52-Sieg. Im fünften Spiel in Berlin können sie ins Finale einziehen.

Lars Spannagel[Bonn]
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Durchgekämpft. Julius Jenkins und Alba Berlin wissen sich auch gegen Widerstände zu behaupten.Foto: dpa

Alba Berlins Basketballer scheinen den größtmöglichen Druck zu brauchen, um ihre bestmögliche Leistung zu bringen. 0:2 lagen die Berliner in der Play-off-Halbfinalserie gegen Vizemeister Baskets Bonn schon zurück, der Traum von der Titelverteidigung und dem neunten deutschen Meistertitel schien in weite Ferne gerückt. Doch am Dienstag wehrte Alba auch Bonns zweiten Matchball ab - in der ausverkauften Halle des Gegners, gegen 6000 tobende Zuschauer. Alba gewann ein packendes Spiel am Ende mit 62:52 (28:33) und verdiente sich damit ein fünftes und entscheidendes Spiel um den Finaleinzug am Donnerstagabend in Berlin.
 
Vor dem ersten Sprungball hatten die Bonner Fans versucht, die rund 200 mitgereisten Alba-Anhänger mit ihrem gewohnten "Schlagt Berlin!"-Schlachtruf niederzubrüllen. Die Berliner Ecke antwortete mit einem spöttischen "Ihr macht nur 39 Punkte!" und spielten damit auf den überdeutlichen 65:39-Sieg vom vergangenen Sonnabend an, der Alba erst in dieses vierte Spiel gebracht hatte. Beide Mannschaften starteten mit einer Intensität, die des Anlasses würdig war - allerdings auch mit einer gehörigen Portion Nervosität. Besonders die Bonner leisteten sich in den ersten Minuten einige Ballverluste, die Alba jedoch nicht wirklich ausnutzen konnte. Bei den Gastgebern überragte zunächst Brandon Kyle Bowman, der im ersten Viertel neun Punkte erzielte; Bonn ging mit einer 19:17-Führung in die erste Pause.
 
Im Gegensatz zum dritten Spiel der Serie verzichtete Albas Trainer Luka Pavicevic auf Philip Zwiener, den er am Sonnabend schon früh für den verletzt fehlenden Immanuel McElroy ins Spiel gebracht hatte. Am Dienstag mussten seine Mitspieler sogar im ganzen Spiel ohne diese Unterstützung auskommen: Casey Jacobsen und Julius Jenkins standen beinahe die vollen 40 Minuten auf dem Feld.

Noch lauter, noch hitziger
 
Im zweiten Viertel wurde es noch lauter auf den Rängen - und noch hitziger auf dem Spielfeld. Pavicevic regte sich nach einem vermeintlichen Foul an Jenkins dermaßen auf, dass er von den Schiedsrichtern eindringlich gebeten wurde, sich zurückzuhalten. Bei der 72:75-Niederlage in Bonn im zweiten Spiel der Serie hatte sich Albas Coach kurz vor Schluss ein Technisches Foul eingehandelt, das seiner Mannschaft sehr geschadet hatte. Diesmal konnte sich Pavicevic gerade noch kontrollieren. Beim Halbzeitstand von 33:28 für Bonn war noch alles offen.
 
Vier Minuten später hatten die Berliner zum ersten Mal ernsthafte Probleme: Nach zwei Dreipunktewürfen der Gastgeber lag Bonn 41:34 vorne. Doch im Angesicht des Ausscheidens behielt Alba erneut eindrucksvoll die Nerven: Mit einem vorentscheidenden 15:0-Lauf stürmten die Berliner zurück ins Spiel. Jeder Treffer riss die Berliner Auswechselspieler samt Trainern und Masseur auf der Bank von ihren Sitzen. Fünf Minuten lang punktete nur Alba, ehe John Bowler Bonn mit einem Freiwurf erlöste. Mehr gelang seinem Team im dritten Viertel aber nicht mehr: Alba ging mit einer 51:42-Führung in die letzten zehn Minuten.

"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin"
 
Doch so schnell wollten die Bonner sich nicht geschlagen geben. Nach vorne gepeitscht von ihren Fans, die die schon zum Greifen nahe Bundesliga-Finalserie ihrem Klub wieder entgleiten sahen, kämpfte sich der Vizemeister und Pokalfinalist wieder heran. Drei Minuten vor dem Ende hieß es nur noch 55:50 für Alba, ehe Jenkins mit einem Dreipunktewurf den Widerstand der Gastgeber endgültig brach. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", sangen die Alba-Fans.





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